Haben wir aus dem Skandal gelernt?

Was passiert ist, ist unsägliches Leid und für die Betroffenen wohl auch nie enden wollendes Leid! Denn das, was geschehen ist und erlitten wurde, drang tief in die Seelen von Kindern. Sexualisierte Gewalt und Missbrauch prägen Menschen ein Leben lang, vor allem dann, wenn sie verharmlost, geleugnet und vertuscht wurden.

Es ist ein doppelter Skandal. Nicht nur, dass diese Taten unter dem Dach der Kirche einfach so geschehen konnten. Es wurden auch die Täter durch die Kirche geschützt und das Leid der Betroffenen bagatellisiert.

Kirche – ein Ort ohne Angst – ein Ort der Freiheit!

Auch wenn wir als „Kirche von Teublitz“ nicht schuldig an diesen furchtbaren Geschehnissen sind, so tragen wir dennoch eine Verantwortung dafür, dass in unserer Pfarrgemeinde so etwas nicht passieren kann. Viel mehr gilt es unsere Kirche zu einem Ort zu gestalten, an dem Kinder ohne Angst leben können und einen Platz haben, an dem sie ohne jegliche Gewalt einfach als Kinder aufwachsen können.

Für unsere Kinder – für unsere Zukunft

In Zusammenarbeit mit der Beauftragten für Kinder- und Jugendschutz der Diözese Regensburg hat sich deshalb ein Team in unserer Pfarrgemeinde gegründet, das alles Erdenkliche tun wird, damit Kinder ohne Gewalt im Raum unserer Pfarrgemeinde aufwachsen können. Gruppenleiter, Oberministranten, Kindergärtnerinnen, Pfarrgemeinderat und Pfarrer arbeiten zusammen und wollen ein Konzept erstellen, dass ein Leitfaden für eine „Gewaltfreie Pfarrgemeinde“ sein soll. Dieses Konzept soll aber nicht nur auf dem Papier stehen, sondern mit Leben erfüllt werden. – So werden sich z.B. die Ministrantengruppen die Frage stellen: Wie gehen wir miteinander um? Wie sprechen wir miteinander und übereinander? Wie können wir mit unserer Arbeit dazu beitragen, dass unsere Ministranten zu starken Persönlichkeiten heranreifen? – Ziel ist es aufmerksamer miteinander zu leben und füreinander da zu sein, damit Gewalt jeglicher Art keine Chance im pfarrgemeindlichen Leben hat.

Ja, wir haben gelernt! – Ja, wir machen es besser!

Der Blick in die Zukunft ist ein guter, denn „Kirche“ in all ihren Facetten hat begriffen, wie wichtig und wertvoll unsere Kinder sind. Und wir müssen alles dafür tun, damit sie in Achtsamkeit aufwachsen können. – Denn genau das ist auch der Auftrag der Frohen Botschaft Jesus Christi, wenn ER sagt: „Lasst die Kinder zu mir kommen. Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes.“ (vgl. Mk 10, 13 ff).

Bitte helfen Sie mit, damit unsere Kirche ein Ort der Wahrheit und der Freiheit, des Friedens und der Gerechtigkeit werden kann, damit alle Menschen neue Hoffnung schöpfen können (vgl. Hochgebet IV „Jesus, unser Bruder“).

Vergelt´s Gott – Ihr Pfarrer Michael Hirmer