Pfarrei Teublitz 014Am vergangenen Sonntag erlebte die Pfarrgemeinde Herz Jesu einen ganz besonderen Gottesdienst. Pfarrvikar P. John Mathew, dessen Ordensbruder P. Josef aus Kollenburg und Pfarrer Michael Hirmer feierten mit vielen Gläubigen den Sonntagsgottesdienst im syro-malabarischen Ritus, wie er in Kerala, im südwesten Indiens, zelebriert wird. Markant für diese Art der gottesdienstlichen Feier sind die vielen Gesänge, die den Teublitzer zu Herzen gingen.



 

Zu Beginn des Gottesdienstes führte Pfarrer Michael Hirmer in den orientalisch wirkenden Gottesdienst ein. „Im Glaubensbekenntnis bekennen wir die katholische Kirche. ‚Katholisch‘ meint dabei ‚universal‘“. Die weltweite universale Kirche kenne dabei viele Arten und Traditionen Gottesdienst zu feiern. „Unsere Art und Tradition in Europa ist der römisch-lateinische Ritus, den wir seit den 60ger Jahren in den jeweiligen Landessprachen feiern.“ Eine ganz andere christliche Tradition findet sich dagegen im Südwesten Indien. Schon kurz nach der Auferstehung Jesu kam im Jahr 52 n.Chr. der Apostel Thomas in den heutigen indischen Bundesstaat Kerala, um das Evangelium zu verkünden. Seitdem hat sich dort ein Christentum mit eigener Gottesdienstpraxis, Spiritualität, Bräuchen und Kirchenrecht entwickelt. So ist die Art der gottesdienstlichen Feier weniger mit der römischen europäischen Art verwand, sondern baut auf der Liturgie auf, wie sie chaldäische und assyrische Christen im heutigen Syrien und Irak praktizieren. „Da diese ‚syrische‘ Liturgie in Kerala in dortigen Muttersprache ‚Malayalam‘ gefeiert wird nennt ich der Ritus syro-malabarisch. „Während unsere Art Gottesdienst zu feiern geprägt ist von Ordnung, Stille und Einfachheit.“, vergleich Pfarrer Hirmer, „zeichnet sich die Liturgie der Thomaschristen Indiens durch Wiederholungen aus. Die gesamte syro-malabarische Messe ist ständige Darbringen von Lob, Ruhm, Ehre und Dank an den dreieinigen Gott.“ Geübten Teublitzer Gottesdienst Besuchern sind dennoch viele Gemeinsamkeiten aufgefallen. Der Wortgottesdienst mit Lesung, Evangelium, Predigt und Fürbitten war zu erkennen. Auch gab es ein Hochgebet, bei dem die Gaben von Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt wurden. Schließlich wurde die heilige Kommunion an alle Gläubigen gespendet: Zeichen der Einheit aller Christen, in der Vielfalt der Traditionen und Riten.

 

„Wunderschön waren die Gesänge.“, hörte man nach dem Gottesdienst von vielen Mitfeiernden immer wieder. „Die Leute singen in unserer Messe sehr viel.“, verdeutlicht P. John Mathew, „wir loben und preisen Gott dabei.“ Extra aus Nürnberg reisten drei indische Ordensfrauen an, die mit ihren wunderschönen Stimmen eine einzigartige Atmosphäre in die Teublitzer Pfarrkirche zauberten. Gesanglich unterstützt wurden die Schwestern von Arun, P. John´s Schwager. Auch die beiden indischen Zelebranten der Messe stimmten immer wieder im Wechselgesang mit der Schola ein. „Die Gesänge waren in meiner Heimatsprache.“, so P. John weiter, „Damit aber alle Gottesdienstteilnehmer es verstehen könne, beten wir die Gebete der Messe auf Deutsch.“

 

Besonders zum Gottesdienst willkommen geheißen wurden viele indische Geistliche aus dem ganzen Landkreis Schwandorf. Pfarrer Hirmer freute sich, dass der neue Pfarrer von Katzdorf-Premberg P. Sijo den Gottesdienst miteierte. Auch begrüßte Hirmer seinen Heimatpfarrer aus Pfreimd P. Georg recht herzlich, der die drei besonderen indischen Messgewänder mitbrachte. In diesen zeigte sich einmal mehr, wie farbenfroh und lebendig die Christen Indien ihren Glauben leben und erfahren.

Teublitz, 15. Sept´19