Kräuterbuschen

„Gott ist Heil – Gott ist Leben“, das feiern wir immer wieder an den Festen im Kirchenjahr und in den Gottesdiensten Tag für Tag. Am 15. August begegnen wir diesem lebendigen Gott ganz besonders, wenn wir die Aufnahme Mariens in den Himmel feiern. Denn unser Gott ist doch kein Gott der Toten sondern der Lebenden. Diese Aufnahme Mariens in den Himmel ist auch ein Hinweis auf unsere Zukunft. Wie Maria will Gott sein Heil allen Menschen zu Teil werden lassen und uns mit der Krone des ewigen Lebens im Himmel krönen. Die Kräuterbuschen, die wir an diesem Hochfest segnen erinnern uns an das Heil Gottes schon in dieser Welt. Denn Gott ist es, der uns Verstand und Vernunft geschenkt hat, mit der wir die Natur erforschen und zum Wohle aller Menschen fruchtbar machen können. – In alter Zeit waren es die Heilkräuter, die den Menschen geholfen haben, Krankheiten zu überwinden. Heute ist es die moderne Medizin. Dennoch segnen wir am Hochfest „Mariä Himmelfahrt“ traditionell Kräuterbuschen, die uns an Gottes Heil und Leben erinnern. Vergelt´s Gott an den Frauenbund für das Binden der Buschen. Eine Bitte: Der Frauenbund bittet alle um Blumen- und Kräuter-Spenden. Diese können am 14. August bis 13.00 Uhr im Pfarrhof abgegeben werden. Dankeschön.

Eine schöne Urlaubszeit
wünscht
Michael Hirmer

 

 

 

Du bist Petrus, der Fels!

Dabei begann es mit einer kleinen, kurzen Frage: „Für wen haltet ihr mich?“ Für ihn war damals die Antwort klar: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“

Doch so klar war die Antwort Petri auf Jesu Frage dann wohl doch nicht. Denn vor den Konsequenzen seiner Antwort lief Petrus allzu gerne davon. Dreimal musste der Hahn krähen bevor er im Hof des Hohenpriesters verstand, was es heißt sich zum lebendigen Sohn Gottes zu bekennen. Und auch die Legende berichtet, dass dieser „Fels“, dieser Petrus auch vor seiner Hinrichtung aus Rom verduften wollte. Erst der auferstandene Herr musste dem Fischer die richtige Richtung zeigen.

„Du bist Petrus der Fels. Und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“, gibt Jesus dann dem Bekenntnis des Petrus zur Antwort. Wohl wissend, wie bröselig dieser Felsen auch schon einmal sein kann.

Heute erheben sich ganz andere „Felsen“ über dem Grab des simplen Fischers, der damals einfach die Netze am See liegen ließ, um Jesus nachzufolgen. 211 m lang, 138 m breit; die Kuppel 137 m hoch über dem Grab dieses einfachen Mannes.

Als ich am Dienstag nach Pfingsten mit einer Teublitzer Pilgergruppe Gottesdienst in diesem riesigen Petersdom feiern durfte, stellte ich mir die Fragen, ob wir da nicht etwas grundsätzlich falsch verstanden haben. Geht es in diesem Zwiegespräch Jesu mit seinem Jünger um steingewordene Monumente des Glaubens? Was nützen all die wertvollen Marmorsteine, wenn in diesen edlen Hallen nur noch Touristen umherirren, nicht mehr ahnend, was das da für eine Botschaft war und für ein Bekenntnis, das Petrus damals abgeben hat?

Wie gut, dass Jesus immer wieder von lebendigen Steinen spricht, auf die er bauen will. Menschen also, wie dieser Petrus, dieser einfache Fischer aus einer unbedeutenden Provinz am Rande des römischen Imperiums. Menschen beruft Jesu zu seiner lebendigen Kirche. Menschen, die genauso wie Petrus ihre Schwächen haben, nicht glauben und vertrauen können, wenn es hart auf hart kommt. Menschen aber, die sich immer wieder bekehren lassen. Die, egal was war, immer wieder zu Jesus umkehren können, um ihm zu sagen: „Ja Herr, du bist mein Messias, mein Heiland!“

Wer braucht schon diese perfekten Hochglanz-Kathedralen aus den edelsten Baumaterialien? Doch was wir brauchen, sind diese lebendigen Steine, die scheinbar so unvollkommen sind. Mit diesen lebendigen Steinen, mit uns Menschen, baut Jesus seine Kirche und verspricht uns: „und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“

Da sagte Jesus den Jüngern: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Simon Petrus antwortete: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ 
Jesus sagte zu ihm: „Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“

Ihr Pfarrer Michael Hirmer