Lebendiges Gebet verbindet
2018 als Jahr des Gebetes begehen

Heutzutage ist es einfach miteinander verbunden zu sein, ohne am selben Ort sein zu müssen. Die modernen Kommunikationsmittel machen es möglich. Der beste Freund, egal wo auf dieser Welt, ist nur einen Klick weit entfernt. Vor allem junge Menschen schließen sich zu virtuellen Gruppen zusammen, tauschen sich so aus und pflegen ihre Freundschaften, obwohl sie sich vielleicht nur ein oder zweimal im Jahr richtig treffen können. – Wenn ich in mein Handy blicke, bin ich allein bei sechs virtuellen Gruppen dabei, die sich mit Jugendarbeit in unserer Pfarrgemeinde beschäftigen und Jugendliche miteinander vernetzen.

Dabei sind virtuelle Netzwerke keine Erfindung der digitalen Zeit. Menschen über Distanzen, ja sogar Zeiten zu vernetzen, ist schon immer Anliegen des Gebetes gewesen. Menschen beten füreinander, auch wenn sie weit voneinander entfernt sind. Menschen verbinden sich im Gebet sogar mit denjenigen, die vor einem gelebt und das Leben schon vollendet haben.

Gebet verbindet! Gebet schafft Beziehung!
Gebet ist ein Netzwerk, das mich trägt!

Ich muss da immer an Oma Milla denken, die mit dem Rosenkranz in der Hand im Zimmer am Ende des Ganges saß und immer meinte: „Ich bete für euch, dass es recht wird.“ Und am Ende des Lebens meinte sie nur kurz: „Und es ist recht geworden.“

Für das Jahr 2018 lade ich alle unsere Gruppen ein, virtuelle Netzwerke des Gebetes zu spinnen. Dabei hat uns Bischof Bucher in seiner Predigt beim Saltendorfer Lichtermeer eine einfache Methode vorgeschlagen, wie Gebetsgemeinschaften ganz einfach und unkompliziert entstehen können. Immer fünf Personen finden sich zu einem „Lebendigen Rosenkranz“ zusammen. Dabei betet jeder täglich ein Rosenkranz-Gesetz, also ein Vaterunser und zehn Gegrüßet seist du Maria. Sie denken dabei aneinander und auch an andere Menschen und bringen im freien Gebet danach ihre Anliegen und ihren Dank vor Gott.

Ich kann mir gut vorstellen, dass wir unsere vielen Gruppen und Verbände so im Gebet vernetzen und stärken können. So könnten Familienkreise oder der Frauenbund füreinander beten. In den Tischgruppen der Erstkommunion und der Firmung können die Kinder, Eltern und Jugendliche auf eine ganz andere Art miteinander verbunden werden. Und die Gruppenleiter und großen Ministranten gehen ja schon seit Monaten als Vorbild in Sachen Gebet voran, wenn sie sich im neuen Jugendraum nicht nur zum Spaßm sondern auch zum Gebet treffen.

Ich denke, unsere wunderbare Pfarrgemeinde wird im Gebet noch einmal tiefer zusammenwachsen und auch im Jahr 2018 Großes bewegen können.


Gottes Segen
Ihr Pfarrer Michael Hirmer