„Laetare“ – „Freut euch!“ So beginnt der Eingangsruf dieses besonderen Sonntags mitten in der Fastenzeit. Und ja, es gab an diesem Tag wirklich Grund zur Freude. Denn Menschen aus unserer Mitte haben sich bereiterklärt, Verantwortung zu übernehmen – für unsere Pfarrei.

Gesalbt wie David – berufen wie wir alle
Die Lesung aus dem ersten Buch Samuel ließ uns an diesem Sonntag tief in das Geheimnis christlicher Berufung hineinschauen. Der Prophet Samuel zieht aus, um auf Gottes Geheiß hin einen König für Israel zu salben. Und Gott wählt nicht den Mächtigsten, nicht den Eindrucksvollsten – er wählt David, den Jüngsten, den Hirten auf dem Feld. „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“ (1 Sam 16,7)
Diese Geschichte ist keine ferne Erzählung aus grauer Vorzeit. Sie spricht mitten in unser Leben hinein. Denn in der Taufe ist jedem von uns etwas Ähnliches widerfahren: Wir wurden gesalbt – mit dem heiligen Chrisam, als Zeichen unserer Würde als Christinnen und Christen. Priester, Prophet und König – das sind keine Titel für wenige Auserwählte. Das ist die Berufung eines jeden Getauften. Jeder und jede von uns ist gesandt, die Welt mitzugestalten, Zeugnis zu geben und Verantwortung zu übernehmen.
Segnung als Sendung

Genau in diesem Geist empfingen die neuen Mitglieder unseres Pfarrgemeinderates im Gottesdienst den Segen. Dieser ist kein frommer Abschluss – er ist ein Aufbruch. Er erinnert daran: Ihr handelt nicht aus eigener Kraft allein. Ihr steht im Auftrag Gottes und tragt die Gemeinde in eurer Mitte.
Der Pfarrgemeinderat ist kein Verwaltungsgremium. Er ist Ausdruck der lebendigen Kirche vor Ort – einer Kirche, die zuhört, die gestaltet, die sich einsetzt: für die Schwachen, für die Suchenden, für das Miteinander in unserer Pfarrei.
Ein herzliches Vergelt’s Gott!
Wir danken von Herzen allen, die sich zur Wahl gestellt und damit ihr Ja gegeben haben – ein Ja zu unserer Gemeinde, ein Ja zum Evangelium im Alltag. Wir begleiten euch mit unserem Gebet und freuen uns auf den gemeinsamen Weg.
Und so klingt der Laetare-Sonntag nach: Freut euch! – Denn die Kirche lebt, weil Menschen wie ihr „Ja“ sagen.


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