„Frohlockt, ihr Chöre der Engel, frohlockt ihr himmlischen Scharen!“

Die Nacht der Nächte hat uns wieder neu beschenkt. Die Osternacht in unserer Pfarrei Herz Jesu Teublitz war ein Fest für alle Sinne – und ein Fest des Glaubens, das tief ins Herz geht.

Das Feuer brennt – im Pfarrgarten und in uns

Im Pfarrgarten loderte es auf: In einer großen Feuerschale wurde das Osterfeuer entzündet und gesegnet. Flammen in der Dunkelheit der Nacht – ein uraltes Bild, das nichts von seiner Kraft verloren hat.

Pfarrer Lucas Lobmeier nahm in seiner Predigt genau dieses Bild in den Blick. Das Feuer ist kein zufälliges Symbol. Es zieht sich durch die ganze Bibel: die Feuersäule, die Israel durch die Wüste führte, das brennende Dornbuschfeuer, in dem Gott sich Mose offenbarte, das Pfingstfeuer des Heiligen Geistes. Feuer wärmt, leuchtet, verwandelt – und verzehrt, was nicht mehr trägt.

Kein Zufall also, dass Feuer das Jahresthema unserer Pfarrei 2026 ist. In den kommenden Monaten wird dieses Thema bei verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen lebendig – als Einladung zu fragen: Wo brennt in mir noch etwas? Was hat das Feuer des Glaubens in meinem Leben entzündet?

Lumen Christi – das Licht zieht ein

An der Flamme des Osterfeuers wurde die Osterkerze entzündet – Zeichen des auferstandenen Christus, des Lichtes, das keine Nacht auslöscht. Dann zog Diakon Neumüller mit der Kerze in die dunkle Kirche ein. Dreimal sang er den uralten Ruf:

„Lumen Christi“ – „Dank sei Gott.“

Kerze für Kerze gab das Licht sich weiter. Nach und nach erhellte sich das Kirchenschiff – ein stilles, bewegendes Bild für das, was Ostern bedeutet: Das Licht Christi breitet sich aus. Von Mensch zu Mensch. Unaufhaltsam.

Das Exsultet – der Jubel der Nacht

Dann sang Diakon Neumüller das Exsultet – den großen Osterlobpreis, einen der ältesten und schönsten Gesänge der Kirche. Worte, die jubeln und staunen:

„Dies ist die Nacht, in der Christus die eisernen Fesseln des Todes zerbrochen und als Sieger auferstanden ist aus dem Grab.“

„O wahrhaft selige Nacht, die allein die Stunde kannte, in der Christus erstand vom Tode!“

„O glückliche Schuld, die einen so großen Erlöser verdient hat!“

Wer diesen Gesang einmal gehört hat, weiß: Hier spricht nicht nur ein Mensch. Hier jubelt die ganze Schöpfung.

Gottes Heilstaten – die Lesungen der Nacht

In den biblischen Lesungen wurde der Gemeinde Gottes Geschichte mit den Menschen nahe gebracht – von der Schöpfung über den Auszug aus Ägypten bis hin zur Verheißung des neuen Lebens. Eine Geschichte, die nicht vergangen ist. Eine Geschichte, in der auch wir vorkommen.

Gloria – und die Kirche erstrahlt

Dann kam der Moment, auf den alle gewartet hatten: Das Gloria erklang – feierlich, überwältigend, mit vollem Glockengeläut und mächtigen Orgelklängen. Und mit dem ersten Ton wurden die Lichter in der Kirche eingeschaltet. Die Dunkelheit wich. Der Raum erstrahlte.

Wer das einmal erlebt hat, vergisst es nicht.

Musik, die den Himmel öffnet

Den Festgottesdienst musikalisch getragen haben der Kirchenchor Teublitz sowie Orchestermusikerinnen und -musiker, die mit ihrem Spiel die Feier zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Ein Höhepunkt: das Halleluja von Georg Friedrich Händel – ein Jubel, der den Raum füllte und das Herz weitete. Ein herzliches Vergelt’s Gott allen Mitwirkenden!

Taufwasser und Taufbekenntnis

In der Osternacht wurden auch die Wurzeln unseres Glaubens neu lebendig: Das Taufwasser wurde geweiht – jenes Wasser, das Leben schenkt und neu beginnen lässt. Und die ganze Gemeinde erneuerte ihr Taufbekenntnis. Nicht als leere Formel, sondern als persönliches Ja: Ja zu diesem Gott. Ja zu diesem Leben. Ja zur Auferstehung.

Gesegnete Speisen und Osterlaiber

Nach dem Gottesdienst wurden die mitgebrachten Osterpeisen gesegnet – ein schöner Brauch, der den Festtag mit nach Hause trägt. Und wer die Kirche verließ, wurde von Mitgliedern unseres Pfarrgemeinderates mit einem herzlichen Ostergruß und einem duftenden Osterlaiber verabschiedet. Eine kleine Geste – und doch: ein Stück Gemeinschaft zum Mitnehmen.

Am Feuer in die Nacht

Und dann versammelten sich die Menschen noch einmal – draußen, am Osterfeuer, bei Wein und anderen Getränken. Die Nacht klang aus in Gesprächen, Lachen und der Wärme des Feuers. So wie es sein soll. So wie es schön ist.

Christus ist auferstanden – er ist wahrhaft auferstanden. Frohe Ostern!


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