Pfarrei Teublitz 0037„Worauf schaust du?“, diese Frage stellte Pfarrer Michael Hirmer in seiner Predigt den Mitfeiernden der Karfreitagsliturgie immer wieder. „Viele schauen täglich stundenlang auf ihr Handy, auf den Computer-Bildschirm, den Terminkalender oder den Fernseher.“, fuhr Hirmer fort, „Doch wann haben wir zuletzt tief in Augen eines Menschen geblickt? Oder uns getraut uns selbst anzuschauen, auch tief hinein in die Abgründe unserer Seele? – Heute blickt Gott dich an!“
Am Karfreitag feierten die Christen den tiefen Blick Gottes in unser Leben. „Für Gott sind wir keine oberflächliche What´s-App-Beziehung: Mit einem Wischer erledigt. Für Jesus geht die Beziehung zu Dir so weit und so tief, dass er sein Leben für dich hin gibt.“ Dieser gekreuzigte Herr durchkreuzt die Oberflächlichkeiten dieser Welt, durchkreuzt die Absurditäten unserer Gesellschaft und die Eitelkeiten unseres Lebens. „Worauf schaust du also? – Blick doch öfter und immer wieder auf den Gekreuzigten, denn er meint es ernst und ehrlich mit Dir. Er hat sein Leben für Dich gegeben!“ –

Nach seiner Predigt luden Pfarrer Hirmer und Diakon Neumüller bei der Enthüllung und Erhöhung des Kreuzes die Mitfeiernden ein auf Jesus Christus zu blicken und die Knie vor ihm zu beugen.

Am Karfreitag gedenken Christen in aller Welt des Leidens und des Sterbens Jesu Christi. Die gottesdienstliche Feier ist deshalb einfach und schlicht gestaltet, um der Leere und der Sinnlosigkeit von Leid und Tod Ausdruck zu verleihen. Die Glocken schweigen ebenso die Orgel. Schweigend zogen über 70 Ministranten in die Herz Jesu Kirche in Teublitz ein und warfen sich vor dem Altar mit dem Gesicht zu Boden.
Höhepunkt der Feier war das Enthüllen eines Kreuzes. Dreimal hob Pfarrer Michael Hirmer das Kreuz in die Höhe: "Seht den Herrn, der am Kreuz gehangen, das Heil der Welt." Vor dem Kreuz beugten als Zeichen der Ehrfurcht alle Mitfeiernden ihre Knie. Vor dem erhöhten Kreuz erhielten die Kommunionkinder das Kreuz, das sie an ihrer Erstkommunion tragen werden.
In der Kommunion empfingen dann die Gläubigen den „Leib Christi“. Denn der gekreuzigte und auferstandene Christus ist Kraftquelle und Heilmittel in dieser Zeit.
Nach Fürbitten und Vaterunser enthüllten Pfarrer und Diakon noch das Heilige Grab.