Pfarrei Teublitz 0010Eine etwas andere Form einer  Muttertagsfeier präsentierte der Frauenbund seinen Mitgliedern. Nach der traditionellen Ansprache durch Vorstandsmitglied Lisbeth Bemmerl und dem obligatorischen Kaffee und Kuchen bot man den über 120 anwesenden Frauen ein „Muttertagsgeschenk“ in Form eines Theaternachmittags im Pfarrsaal. Das Theaterstück "Mannomann, dieser Frauenbund" von Autorin Walburga Wittmann, die mit Hubert Treml und Kirstin Rokita an der Seite auch als Schauspielerin glänzte, sorgte für Begeisterung.

Die drei Schauspieler hatten ganz schön zu tun, sich ständig in Windeseile hinter dem Vorhang für die verschiedenen Rollen umzuziehen. Das Stück handelte von Petrus an der Himmelspforte, der ständig neue Kandidatinnen für die Aufnahme in die "Frauenbund-Wolke" prüfen musste.  Nach dem Einlasscheck wurden die Damen vom Empfangschef persönlich zur Frauenbundwolke geleitet. Dort trafen die Neuankömmlinge auf Bekannte von „unten“. Gemeinsame Erinnerungen werden wach. Vieles kam zur Sprache, was in 100 Jahren die Gemüter von Frauenbundfrauen bewegt hatte und heute noch bewegt, wie etwa mehr Rente für Frauen oder der Klimanotstand und vieles mehr. Mit kleinen Szenen aus den Jahrzehnten seit Gründung des Frauenbunds spürten die drei Schauspieler der Idee dieser Vereinigung nach.
Petrus musste immer wieder neue Frauenbund-Frauen in den Himmel aufnehmen, die es ihm nicht leicht machten, obwohl er der Meinung war, dass der Frauenbund ein Verein altmodischer Betschwestern sei. Kreszenzia Dodlhofer, die Bäuerin von Tratschenreuth, Pfarrerköching Fräulein Amalie  aus Tratschenkreuth, Anna Frommthaler aus Kleinhirnung, Gertraud Büschlbinder aus Kuchlwerklbach, Resi Schreberbauer aus Hinterkonziling und Rita Wissmeir aus Gleichenricht durften ebenso auf die Wolke, wie Fräulein Amalie oder die "Hoferin".  
Im Rückblick auf die Frauenbund-Gründung kam eine Stadtpomeranze aus München per Anhalter aufs Land und wollte zum Pfarrer: "Sie meint, dass auch die Frauen was zu sagen haben, deshalb sollen sich alle im Wirtshaus versammeln. Sie will einen Verein gründen - den Frauenbund." Während der Pfarrer im Nachbardorf so etwas verbietet, befürwortet der Pfarrer vor Ort die Gründung. "Doch bevor in bayerische Sturschädel wos Neis eine geht, dürfen Pfarrer heiraten", befürchtet der aufgeschlossene Geistliche. Ganz arg beutelte es Petrus, als eine emanzipierte Frauenbund-Vertreterin, die am Ende das frühere Motto der Frauenbund-Wolke für veraltet erklärte:  aus „fromm, fleißig, brav“ machte sie kurzerhand „kompetent, solidarisch, engagiert“.

Der Applaus für Kirstin Rokita, Burgl Wittmann und Hubert Treml von den „Ladenhütern“ war lang anhaltend und ehrlich für ihren gelungenen und unterhaltsamen, witzigen und schauspielerisch perfekten Blick in das Herz des Frauenbundes.