Dsc00959Die Kreativ-Werkstatt im Mai beschäftigte sich mit der Herstellung von schmackhaften und gesundem Senf. Referentin war Frau Kathrin Robl. Begrüßt wurde sie und die, 16 Teilnehmerinnen, von Lisbeth Bemmerl. Die Frauen wurden über die Geschichte, die Herstellung und die Heilkraft des Senfes informiert. Schon in vorchristlicher Zeit kannte man in China die Wirksamkeit des Senfes. Die Referentin hat sogar eine Stelle in der hl. Schrift im Matthäusevangelium gefunden, die von einem Gleichnis mit dem Senfkorn erzählt. Das kleinste Saatkorn, das Senfkorn, wird auf fruchtbaren Boden und mit der richtigen Pflege zu einer, bis zu drei Metern hohen Pflanze. Manche Könige und Herrscher gingen nie ohne den eigenen Senftopf auf die Reise. Paracelsus und Hildegard von Bingen bezeichnen die Wirkung des Senfes als antibakteriell, entschlackend, durchblutungsfördernd, immunisierend und verwendeten Senföl zur Haut-und Haarpflege. Wenn Lebensmittel schon etwas vergammelt waren, gab man „Seinen Senf dazu“, um den Fäulnisgeruch zu überdecken und die Bekömmlichkeit zu gewährleisten.

 

Heute kennen wir schwarze, braune, gelbe und weiße Senfkörner zur Herstellung von hochwertigen Senf. In der Industrie werden meist nur gelbe Senfkörner verwendet, denen das gesunde Senföl entzogen wurde. Diese Öle werden für Kosmetika verwendet.

Die Referentin empfahl zur Senfherstellung nur Senfkörner aus biologischem Anbau und in Handarbeit geerntet zu verwenden. Diese könne z.B. im Eine-Welt-Laden erstanden werden.

Nach soviel Theorie konnten sich die Zuhörerinnen im Senfmahlen versuchen und bekamen Rezepte für die Senfherstellung. Es können alle Gartenkräuter und viele Gewürze verwendet werden. Die schonende Herstellung von Senf ist aufwendig und zieht sich über Wochen des Reifens hin, denn frischer Senf schmeckt bitter.

Die Teilnehmerinnen konnten aber „reifen“, sehr köstlichen Senf probieren von „so richtig scharf“ bis zu süßem Genuss des Feigensenfes. Vielleicht wird bei der nächsten Grillparty selbst hergestellter Senf serviert.