Pfarrei Teublitz 00003„Ich bin zu ihnen gekommen, als Botschafter der Hoffnung“, mit diesen Worten verabschiedete sich Bischof Joachim Ouédraogo aus Koudougou in Burkina Fasso von der Gottesdienstgemeinde in Teublitz. Der hohe Gast der katholischen Weltkirche besuchte ganz bewusst die Pfarrgemeinde in Teublitz „weil ich gehört habe, dass hier viele aktive Christen leben.“ Besonders begeistert zeigte sich der Bischof aus Afrika über die besondere Gastfreundschaft und das herzliche Willkommen, das ihm durch Pfarrer Michael Hirmer und die Teublitzer bereitet wurde.

 

Du führst mich hinaus ins Weite“, unter dem Motto dieses Psalm-Verses wird heuer in ganz Deutschland der Sonntag der Weltmission gefeiert. Das katholische Hilfswerk „Missio“ aus München hat sich zum Zielt gesetzt die Frohe Botschaft Jesu weltweit auszubreiten. Dafür beten im Oktober weltweit alle Katholiken. In Teublitz wird seit vielen Jahren der Weltmissionssonntag durch den Weltladen vorbereitet und gestaltet. So bereitete die Jugendgruppe des Weltladens unter Leitung von Barbara Hudetz den Gottesdienst vor. Noch vor dem Gottesdienst stellte Pfarrer Hirmer den staunenden Kindern den bischöflichen Gast aus Afrika vor. Mit Hilfe von Übersetzers Lukas Matzick stand Bischof Joachim dem Familiengottesdienst vor und sprach das Hochgebet in Französisch, einer der Amtssprachen deines Heimatlandes Burkina Fasso.

In einem kurzweiligen Predigtspiel entführten die Kinder des Weltladens die Mitfeiernden des Gottesdienstes nach Burkina Fasso, das südlich von Mali an die Sahelzone grenzt. „Ich habe zwei Geschwister und eine Kuh“, sagte Maria Müllner, die als Afrikanerin verkleidet war. So eine Kuh ist für die Bewohner dieser Region überlebenswichtig: „Leider gibt sie nur 3-5 Liter Milch“.
„Wir Christen glauben an einen Gott, der alle Menschen liebt und will, dass niemand leiden muss“, ergänzte Pfarrer Hirmer das Predigtspiel der Kinder, „Wir sind eine große Familie Gottes: Hier in Teublitz, in Indien oder auch in Burkina Fasso.“

Pfarrei Teublitz 00012Kirchenmusiker Norbert Hintermeier hat für den Gottesdienst zum Weltmissionssonntag mit dem Teublitzer Kirchenchor afrikanische Lieder eingeübt. So wurden unter anderen das Kyrie und das Sanctus in afrikanischen Sprachen gesungen. Für die Gäste aus der Weltkirche beeindruckend war vor allem das gesungene „Vater unser“, zu dem sich alle Mitfeiernden die Hände reichten.

Nach dem Gottesdienst lud der Frauenbund zum Brunch ins Pfarrheim ein. Schon am Vorabend begannen hierfür KDFB-Vorsitzende Waltraud Neumüller und Pfarrvikar Pater John ein indisches Hähnchen-Gericht zu kochen, das unter vielen anderen Leckereien zum Brunch angeboten wurde. So viele Leute waren gekommen, dass die gesamte untere Ebene des Pfarrheimes genutzt werden musste. Zu Beginn des Essens sprach Bischof Joachim in seiner Heimatsprache den Tischsegen. Pfarrer Hirmer begrüßte nochmals den Gast und überreichte eine Spende von 1000,- € die für die Missions- und Friedensarbeit des Bischofs dienlich sein soll.

„Ich bin begeistert von dieser Pfarrgemeinde“, bedankte sich auch Ruth Aigner. Die Leiterin der Abteilung „Weltkirche“ der Diözese Regensburg ließ es sich nicht nehmen mit Bischof Joachim der Pfarrgemeinde Herz Jesu ihren Besuch abzustatten. Nach dem Brunch führte Vorsitzende Christl Luber durch den Weltladen und erklärte den Gästen wie sich in Teublitz für faire und nachhaltige Entwicklung und Handel unter christlichem Vorzeichen eingesetzt wird.

Mit dem Lied „Wo einer zu träumen beginnt ist es nur ein Trau. Wo viele zu träumen wagen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit“ verabschiedete Pfarrer Michael Hirmer Bischof Joachim und Ruth Aigner am Ende des Gottesdienstes und bedankte sich für das Glaubenszeugnis aus Afrika: „Es ist schön und wichtig für uns hier in Deutschland zu hören, dass es ein friedliches Zusammenleben von Christen und Moslems möglich ist.“


Pfarrei Teublitz 00007Wer ist unser Gast aus Burkina Fasso?
Joachim Ouédraogo, Jahrgang 1962, geboren in Rouko/ Diözese Quahigouya, 1991 zum Priester geweiht, dann 2004 zum Bischof von Dori ernannt und geweiht, ist seit 2011 Bischof von Koudougou. Die Diözese Koudougou ging aus der 1947 von Papst Pius XII. aus Gebietsabtretungen des Apostolischen Vikariats Ouagadougou gegründeten Apostolische Präfektur Ouahigouya hervor und wurde 1954 zum Apostolischen Vikariat erhoben, das den heutigen Namen annahm. 1955 wurde Koudougou zur Diözese erhoben, das dem Erzbistum Ouagadougou als Suffraganbistum unterstellt wurde. 1958 gab es Teile seines Territoriums zur Gründung der Diözese Ouahigouya ab. Die Diözese liegt ziemlich genau im Zentrum von Burkina Faso und hat eine Fläche von 26.354 km². Von den ca. 1,6 Mio Einwohnern sind ca. 320.000 katholisch. Derzeit hat die Diözese 18 Pfarreien, zählt 74 Priester, 36 Ordensmänner und 145 Schwestern, sowie 31 Seminaristen. 
Die große Herausforderung ist für Bischof Joachim das friedliche Zusammenleben der Religionen. „Unser Land ist ein Modell für den Dialog und die Toleranz zwischen den Religionen“, betont der Bischof. Doch das Toleranzmodell wird an seinen Rändern erschüttert. Die Grenze zu Mali und Niger ist 1300 Kilometer lang – unmöglich, effektiv zu kontrollieren, wer da ins Land kommt. Und es sind vor allem junge Leute, die zum Studium nach Libyen oder Saudi-Arabien gehen und die nach ihrer Rückkehr in ihrem islamischen Glauben oft viel radikaler als zuvor sind. Doch auch die aufstrebenden evangelikalen Pfingstgemeinden sorgen für Unruhe und Spannungen. Darum möchte Bischof Joachim als katholische Kirche positiv in die Gesellschaft von Burkina Faso hineinwirken, um den Frieden zu fördern.