Pfarrei Teublitz 0061Als Gott die Erde schuf, ruhte er am siebten Tag. Nicht so die Pilger aus Teublitz und Kirchenlaibach. Am siebten Tag der Pilgerreise ging es hoch über den See Genezareth hinauf auf die Golanhöhen. Dort liegt die antike Stadt Cäsarea Philippi. Heute wird das Gebiet Banjas genannt. An diesem Ort entstand im dritten Jahrhundert vor Christus ein Heiligtum des griechischen Gottes Pan, der für Fruchtbarkeit und Ernte zuständig war. Um die Zeitenwende errichtete Herodes der Große, bekannt aus dem Weihnachtsevangelium, einen Tempel. Der Ort wurde auch schon in kananitischer Zeit verehrt, weil hier einer der Quellen des Jordan liegt.


Gerade für Katholiken ist Cäsarea Philippi in wichtiger Ort, weil Christus hier seinem Jünger Simon den Beinamen Petrus, Fels, gibt. Pfarrer Hirmer erinnerte die Pilger, dass warum gerade an diesem heidnischen Heiligtum Jesus diesen Namen vergibt: „Wir stehen hier vor einer großen massiven Felsformation, in dessen Höhle schon viele Jahrhunderte alle möglichen Götter verehrt wurden. Wenn Jesus seinen Jünger Simeon den Beinamen „Petrus – Fels“ gibt, dann hat das einen direkten Bezug zu diesem Ort, der von Felsen geprägt ist. Nicht die Gottheiten in den Felsen bringen den Menschen voran, sondern der Glaube an Christus kann zum tragfähigen Felsen des Lebens werden.“

Nach einem spirituellen Impuls wanderten die Pilger den Jordan hinab und genossen die wunderbare Natur, im fruchtbar grünen Jordantal. Ein besonders Erlebnis war ein Wasserfall, der in einem besonderen Kontrast zum „Erlebnis Wüste“ der letzten Tage der Pilgerreise stand. Hier gaben Pfarrer Hirmer und Pfarrer Grillmeier einen geistlichen Impuls zum Primiz-Spruch von Dekan Michael Hoch, einem ihrer Kurskollegen (siehe unten).

Nach Banjas ging es weiter in die Golanhöhen hinauf Richtung syrischer Grenze. Links und rechts der Straßen waren immer wieder Minenfelder zu erkennen. An einem vulkanischen Kratersee wurde zu Mittag gegessen und dann direkt an die Grenze zu Syrien gefahren. Hier konnte man fast bis Damaskus blicken, dass nur noch 60 km entfernt lag. Auf dem Berg unterhielt sich die Gruppe mit UN-Blaubhelm-Truppen, die hier den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien überwachen. Eine Offizierin aus der Schweiz berichtete über die aktuelle militärische Lage auf der anderen Seite der Grenze, wo sich eine Vielzahl von bewaffneten Gruppen gegenüber stehen. So gibt es Einheiten, die zur syrischen Regierung und dessen Armee stehen andere dagegen werden als Rebellen bezeichnet, die allerdings untereinander teilweise befeindet sind. Unter dem Drück des Bürgerkrieges mussten die UN-Truppen auf die israelische Seite der Grenze zurück weichen. Immer wieder, so die UN-Offizierin schlagen auch auf israelischer Seite Raketen und Blindgänger ein, was von der israelischen Armee entsprechend beantwortet werden muss. – Teufelskreis der Gewalt …

Auf dem Rückweg ins Quartier machte die Gruppe noch Halt an einem Aussichtspunkt am östlichen Ufer des Sees. Hier konnte man in einigen hundert Meter Höhe den ganzen See von Genezareth überblicken und einen wunderbaren Sonnenuntergang genießen. Zurück im Pilgerhaus Tabgha nahmen einige Pilger an der Vesper der deutschen Benediktiner in der Brotvermehrungskirche teil.

Der Tag endete im Gebet: „Diesen Tag, Herr, lege ich zurück in deine Hände.“


Spiritueller Impuls – Wasser des Lebens – Banjas Jordan-Wasserfall

Hinführung

Bemerken wir den Unterschied? Haben wir es gemerkt, was sind verändert hat?
Die Wüste – trocken und staubig – kein Wasser – Kein Leben
Das Tote Meer ist wirklich tot – ohne Leben – totes Wasser
… und hier … Dieser Unterschied …
Lebendiges Wasser! Leben!
Die Wüste ohne Wasser – Ödnis
Das salzige Wasser des Toten Meeres – kein Leben regt sich mehr
Wo Wasser ist – da ist Leben
Wo Wasser ist – erblüht das Land
Wo Wasser ist – regt es sich

Lied: Alle meine Quellen entspringen in dir (GL 854)

Der Prophet Jeremia greift spielt mit diesen Bildern. Er schreibt vom Wüstenboden und Salzland. Und er schreibt vom Baum der am Wasser wächst und Frucht bringt.

Lesung aus dem Buch Jeremia  (Jer 17,5 ff)

So spricht der HERR: Verflucht der Mensch, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt und dessen Herz sich abwendet vom HERRN. Er ist wie ein Strauch in der Steppe, der nie Regen kommen sieht; er wohnt auf heißem Wüstenboden, im Salzland, das unbewohnbar ist.

Gesegnet der Mensch, der auf den HERRN vertraut und dessen Hoffnung der HERR ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und zum Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, er hört nicht auf, Frucht zu tragen.

Meditation

Der Baum der am Wasser gepflanzt wurde, das bist DU! Er, dein Schöpfer, hat dich an die Wasserquelle des Lebens gepflanzt, damit du Frucht bringen kannst. – Ist das nicht ein wunderschönes Bild von Gottes Liebe und Gottes Treue.
Ja, es gibt diese wüsten Zeiten unserem Leben. Zeiten in denen wir nur noch lechzen unter der Hitze des Alltags; wo wir uns vorkommen wie ausgedörrt, wenn uns Hass und Argwohn versengen.
Dann dürfen wir zur Quelle gehen, die unseren Durst nach Frieden und Barmherzigkeit stillt.
Diese Quelle hat Gott die eröffnet, tief in dir! Spürst du sie sprudeln.
Quelle des Lebens – Heiliger Geist !
Quelle der Vergebung – Heiliger Geist!
Quelle der Barmherzigkeit – Heiliger Geist!
Quelle der Ruhe – Heiliger Geist!
Quelle der Liebe – Heiliger Geist

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 7,37 ff)

Am letzten Tag des Festes, dem großen Tag, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir und es trinke, wer an mich glaubt! Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen.  Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollten,

Lied: Alle meine Quellen entspringen in dir (GL 854, 2+5)

 

Tabgha  09.11.2017