Pfarrei Teublitz 003Auf den Punkt hat es das Vorbereitungsteam des Familiengottesdienstes gebracht, der am 2. Adventssonntag gefeiert wurde. An Stelle der Predigt tragen "Engelchen und Teufelchen" auf und versuchten ihren Botschaften den Menschen einzuflüstern (siehe unten). 

 

 




 

 

Engel schaut nachdenklich zu den Leuten

Engel: Es geht schon wieder los! Kaum hat die Vorweihnachtszeit begonnen scheinen die Menschen noch empfänglicher für alle möglichen Anfechtungen unseres Feindes zu sein und wir haben alle Hände voll zu tun um sie zu schützen, aber ich denke, unsere neue Maßnahme wird ihnen viel dabei helfen, nicht den Blick für das Wesentliche zu verlieren.

Er schnuppert in der Luft

Hier riecht es so komisch, so so so gar nicht weihnachtlich, eher abstoßend und schwefelig, oh nein, mir bleibt auch nichts erspart, ich ahne schon, wer mir gleich einen Besuch abstattet.

Eine teuflische Gestalt kommt und kichert:

T: Na, Engelchen, freust du dich mich zu sehen? Die Freude ist ganz auf meiner Seite! Wie ich sehe, schaust du dir gerade das bunte Treiben der lieben Menschen auf der guten alten Erde an. Ich befürchte nur, dass du nicht so viel Freude wie ich haben wirst, bei dem, was du da siehst.

E: Warum sollte ich keine Freude an den Menschen haben, noch dazu im Advent, wo sie sich auf die Ankunft ihres und meines Herrn vorbereiten?

T: Auf die Ankunft ihres Herrn vorbereiten, dass ich nicht lache! Sei doch mal ehrlich, das war wirklich ein kluger Schachzug von Eurem Herrn diesen sündigen Menschen einen Retter zu schicken. Das hat uns schon ganz schön zu schaffen gemacht. Aber so einfach machen wir es Euch natürlich nicht. Merkst du denn nichts.

E: Was hat er denn daraus gemacht?

T: Ach komm, jetzt tu doch nicht so, als ob du es noch nicht gemerkt hast! Aus der Geburt des Erlösers haben wir die Feier eines netten kleinen Babys gemacht. Ist das nicht genial? Es gibt eine Menge Menschen , die wissen nicht einmal mehr, für was dieses Kind geboren wurde. Wir haben sie eingelullt in schöne Gefühle und nette Lieder und ihre ganze Aufmerksamkeit auf tolle Geschenke gelenkt, die sie sich untereinander machen. Ist das nicht genial von meinem Meister?

E: Aha, was du nicht sagst. Und wie habt ihr das hinbekommen, wenn ich mal fragen darf?

T großzügig: Klar darfst du das! Dafür bin ich doch hier! Weißt du, ich kann mich gar nicht satt sehen an dem netten Treiben dort unten. Und ich verrate dir gern unser Geheimnis, es ist die Zeit!

E: Die Zeit, soso. Das musst du mir genauer erklären.

T: Wir halten die Menschen in der Vorweihnachtszeit in permanenter Beschäftigung., Wir flüstern ihnen Versagensängste in die Ohren, habe ich auch alle Geschenke?

Habe ich genug zu essen?

Ist das Haus geputzt?

Habe ich alle Karten geschrieben und Päckchen gepackt?

Habe ich mehr Gebäcksorten als meine Nachbarin?

Und, und, und....

Und dann werden sie voll Termine gepackt. Weihnachtsfeiern im Geschäft, Weihnachtsfeiern im Kindergarten, im Turnverein, glaub mir, den Menschen bleibt keine Zeit zum Luft holen, geschweige denn zum Nachdenken.  Und ohne dass sie es merken haben sie schon vergessen, dass es euren Erlöser überhaupt gibt: So funktioniert das.

E: Und was ist an Weihnachten selbst, was habt ihr euch da teuflisches ausgedacht?

T lacht: Oh gut, dass du mich daran erinnerst! Weihnachten, das ist dann wirklich das Fest schlecht hin! Die Menschen sind fertig, müde, am Ende, verstehst du? Nach dem ganzen Vorweihnachtsstress kann man das ja auch verstehen. Außerdem haben wir ihnen ja eingeimpft sich auf das Materielle zu konzentrieren. Geschenke, die nicht in Liebe ausgesucht wurden sondern nach ihrem Wert und die dann oft nicht mal das sind, was sich der Andere wünscht. Schon ist die Enttäuschung und der Krach vorprogrammiert, einfach herrlich!

E: Hast du eigentlich schon mal auf die Erde geschaut, was bei den Menschen gerade passiert? Schau mal dort hin, das ist eine kleine Gemeinde in Deutschland! Siehst du das?

Der Engel zeigt direkt auf die Leute in der Kirche, wo gerade Kinder anfangen Kerzen an die Anwesenden zu verteilen.

Teufel schon etwas weniger fröhlich: Was soll das denn, was machen die denn da?

E: Diese Kinder verteilen Kerzen. Licht, als Symbol für unseren Herrn, der als Licht in eben jene Welt kam, die du gerade so anschaulich beschrieben hast. Und dieses Licht werden die Menschen mit nach Hause nehmen und es wird sie daran erinnern inne zu halten. In die Kerze zu schauen und sich zu besinnen.

T: Und wieso sind die Kinder schon unterwegs? Ich habe dir doch gerade erst erzählt, wie wir die Welt manipulieren!

E: Für was hältst du meinen Herrn? Für einen Einfaltsgeist? Hast du vergessen, dass er die Dunkelheit und den Tod überwunden hat, dass er der ist, der am Ende alle Fäden in der Hand hält? Merk dir eins, du schlauer Teufel du, wo du hinkommst war mein Herr gestern schon! Glaubst du im Ernst, er würde euch freiwillig auch nur eine Menschenseele überlassen, oh nein, da irrst du dich gewaltig! Er ringt mit euch um jede einzelne Seele bis zum letzten Atemzug, mach dich und deinen Meister darauf gefasst!

T: Und wenn schon, Weihnachten gehört uns, das haben wir fest in der Hand!

E: Was bist du für ein Narr. Überall auf der Welt werden Lichter verteilt. Und überall wird dieses Licht in die Herzen der Menschen scheinen und ihnen Frieden bringen. Sie werden sich Zeit nehmen zur Besinnung und sie werden sich erinnern, dass mit der Geburt von Jesus, ihrem Herrn, ihnen die Chance auf das ewige Leben geschenkt wurde. Und diese Erkenntnis wird ihr Herz wärmen und jubeln lassen und es wird sich Freude einstellen, überschäumende Freude über das, was Weihnachten wirklich bedeutet: Der Beginn einer neuen Zeit in Liebe und Gnade und angenommen sein.

Teufel plötzlich eilig: Ich glaub ich muss auch los.

E: Du musst deinem Meister erzählen was ich dir gerade gesagt habe, nicht wahr? Tu das nur ich habe kein Problem damit. Ich freue mich derweil noch an dem, was ich da unten gerade sehe.

Teufel mürrisch: Was siehst du denn jetzt noch?

E: Ich sehe, wie die Menschen sich freuen und wie sie nachdenklich werden. Und ich freue mich auf jeden, der sich die Zeit nimmt, sich über das eigentliche Weihnachtsgeschenk, nämlich die Chance auf ein Leben mit Jesus meinem Herrn zu freuen. Denn dann, dann wird es wirklich Weihnachten auf der Welt.

T: Ach lass mich doch in Ruhe!

Und er verschwindet so schnell, wie er gekommen ist.