Pfarrei Teublitz 117Welche Sprache spricht Gott? Versteht er mich? Wie spreche ich ihn an? Wir redet er zu mir? – Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Familiengottesdienst am 14. Januar. – Und es wurde eine eindrückliche Antwort auf diese Frage gegeben: „Spricht zu uns mit der Sprache des Herzens“. Denn dieser Gottesdienst ging den Menschen so zu Herzen, dass viele selbst nach dem Auszug der Ministranten einfach sitzen blieben, staunten, beteten und das Gespräch mit Gott suchten. … Aber der Reihe nach:

 

 

Aus voller Leibesbrust und mit den Gesten des Körpers sang eine Kindergartengruppe das Eröffnungslied. In „Gottes Liebe ist so wunderbar“ stimmten spontan alle mit ein. In verschiedenen Sprachen wurde die Mitfeiernden des Gottesdienstes begrüßt und dabei die Frage aufgeworfen, wie wir eigentlich mit Gott reden können und wie er zu uns spricht. „Wie jede Beziehung lebt auch die Beziehung zu Gott von der Kommunikation. Wenn man nicht mehr miteinander spricht, ist die Beziehung tot. Jugendliche (und Erwachsene) fragen aber zu Recht: Hört Gott mich überhaupt? Und wie kann ich ihn hören? In welcher ‚Sprache‘ spricht er mit mir? Da gibt es eine große Sehnsucht, dass das Sprechen mit Gott - das Beten - nicht ins Leere läuft“, leitete Conny Unger vom Familiengottesdienst-Team zum Kyrie über, das in Deutsch, Latein, Englisch und Französisch gebetet wurde. P. John betete einen Huldigungsruf in seiner indischen Muttersprache Malayalam.

Tine Wiendl verkündete die erste Lesung des Sonntags, in der Gott dem jungen Propheten Samuel beruft. Immer wieder sprach Gott ihn an. Doch der Priester Eli musste Samuel erst zeigen, wie Gott zu einem Menschen sprechen kann.
Nach dem Evangelium griff das Familiengottesdienst-Team die Eingangs aufgeworfenen Fragen wieder auf. In drei alltäglichen Szenen stellen das Team vor, wie Gott im Alltag zu uns sprechen kann. In einem Zwiegespräch deuteten Paula und Martina die Szenen aus:
„Wir hören so viele Stimmen! Laute Stimmen, leise Stimmen, hohe Stimmen, tiefe Stimmen, sanfte Stimmen, harte Stimmen, bekannte Stimmen, unbekannte Stimmen.“ „Wie hat sich wohl die Stimme von Jesus angehört?“ – „Und mit welcher Stimme spricht er zu mir?“ „Vielleicht spricht er manchmal zu uns durch unsere innere Stimme. Durch das Gewissen!“ „Manchmal spricht er zu mir durch das, was andere Menschen mir sagen.“ „Oder durch das, was sie mir früher einmal gesagt haben, und was mir jetzt wieder in Erinnerung kommt. „Auch durch die Bibel kann er zu mir sprechen. Sie ist ja sein Wort". „Aber wie kann ich ihn hören? Ich kann ihn nur hören, wenn ich an ihn glaube.“ „Gott gibt oft keine klaren Anweisungen. Manchmal spricht er in Rätseln. Dann muss ich das Rätsel entziffern, mir Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was er mir sagen will. Wenn ich bete!“ „Und er spricht zu mir, wenn ich die Not oder Traurigkeit anderer Menschen sehe. Dann ruft er selbst um Hilfe.“

Zum Hochgebet und Vaterunser versammelte Pfarrer Michael Hirmer die Kinder um den Altar. Zum Dankgesang verzauberten P. John und Franziska Zeins die mitfeiernde Gemeinde. Der indische Pfarrvikar und Franzi hatten einen Dankgesang einstudiert, den sie im Duett sangen. Nach dem Schlusssegen sang der Gemeindechor unterstützt von der Gitarrengruppe noch ein indisches Marienlied mit P. John als Solisten. Großer und lang anhaltender Applaus brandete beim Auszug der Ministranten auf, gefolgt von einer Stille. Denn die von der schönen Messe ergriffenen Gottesdienstbesucher bleiben einfach noch sitzen, um zu beten und Gott mit ihrer je eigenen Sprache für diesen einzigartigen Gottesdienst zu danken. 

14.01.18