Pfarrei Teublitz 007

Am Karfreitag ist vieles anders! Das merken die Gläubigen schon, wenn sie die Kirche betreten. Normalerweise bekreuzigt man ich mit Weihwasser, das am Eingang einer jeden katholischen Kirche zu finden ist. Am Karfreitag sind die Weihwasserbecken leer. Erst in der Osternacht, nach dem das Taufwasser geweiht wurde, werden die Weihwasserbecken wieder aufgefüllt. Denn das Weihwasser erinnert uns an unsere Taufe, in der uns Gott als sein geliebtes Kind proklamiert. Als Getaufte stehen wir unter den Schutz und Segen Gottes. Daran erinnert uns das Weihwasser, wenn wir es zum Segen aussprengen oder uns damit ein Kreuzzeichen auf die Stirn machen.

Leer ist der Altarraum. Die Altäre sind entblößt, der Tabernakel ist ausgeräumt. Am Gründonnerstag wurde am Ende der Feier vom „Letzten Abendmahl Jesu“ das Allerheiligste in die Marienkapelle überführt und der Altarraum komplett ausgeräumt. Dies symbolisiert die Leere des Todes, in die sich Jesus für uns begeben hat. In der Karfreitagsliturgie werfen sich die Priester und die Ministranten vor dem leeren Altar mit dem Gesicht zu Boden, denn in den Staub getreten wurde Christus, der Herr.
Da sich das Allerheiligste zur Verehrung in der Marienkapelle der Pfarrkirche befindet und der Tabernakel leer ist, macht man am Karfreitag auch keine Kniebeuge, wenn man die Bank betritt, sondern eine Verneigung vor dem entblößten Altar.

Das Knie zur Verehrung wird am Karfreitag vor dem erhöhten Herrn am Kreuz gebeugt. Nachdem in der Karfreitagsliturgie das Kreuz feierlich enthüllt und erhöht wurde, treten alle Gläubigen vor das Kreuz, um dieses mit einer Kniebeuge zu verehren. Dieses erhöhte Kreuz, an dem unserer Herr und Erlöser gestorben ist, ist exklusiv für den Karfreitag. Nur dieses in der Karfreitagsliturgie enthüllte Kreuz wird an diesem Tag gezeigt. So segnet der Priester das Volk ohne das Kreuzzeigen mit der Hand zu machen.
Auch beim Kreuzweg am Vormittag des Karfreitags wurde das Kreuz in Saltendorf nicht gezeigt. Um 09.00 Uhr beteten dort die Gläubigen mit Pfarrvikar P. John und Pfarrer Michael Hirmer den Kreuzweg, der den Leidensweg Jesu meditiert.

Die bekannteste Tradition des Karfreitags dürfte das Schweigen der Glocken sein, die –so sagt man– nach Rom geflogen sind. Von der Feier des Letzten Abendmahls bis hin zum Gloria der Osternachtsfeier schlagen und läuten die Glocken nicht. Auch dies symbolisiert die Leere des Todes, den Christus für uns erlitten hat. Anstelle der Glocken werden Holzklappern und Ratschen vor den Gottesdiensten und den liturgischen Feiern verwendet.

Auch ist mit dem Karfreitag ein altes Kirchengebot verbunden. Der Karfreitag ist ein strenger Fast- und Abstinenztag. Nur einmal soll an diesem Tag gegessen werden. Zur einmaligen Sättigung soll ein einfaches Essen gekocht werden. Traditionell ist dies eine Suppe mit Brot. Das radikale Fasten an diesem Tag lässt uns die Entäußerung Christi in seinem Leid spüren und der aufkommende Hunger erinnert uns an den Hunger nach dem ewigen Leben, den Gott uns durch die Auferstehung seines Sohnes stillen wird.

 

 

 Karfreitag, 30.03.18