Pfarrei Teublitz 036Die Liturgie des Karfreitags besticht durch seine eindeutigen Symbole und Handlungen. Leer ist der Altarraum: der Altar entblößt, der Tabernakel leer geräumt. In diese Leere hinein warfen sich zu Beginn der Karfreitagsliturgie über 60 Ministranten mit Pfarrer Hirmer, Vikar P. John und Diakon Neumüller mit dem Gesicht zu Boden. Gemeinsam mit über 500 Gläubigen begannen sie so im stillen Gebet die „Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu Christi“.
Nach den Lesungen und den Antwortgesängen, die der Chor am Karfreitag traditionell ohne Orgelbegleitung singt, wurde in verteilten Rollen die Passionsgeschichte, wie sie der Evangelist Johannes überliefert, vorgetragen.

In seiner Karfreitagspredigt stellte Diakon Heinrich Neumüller fest, dass er moderne Mensch gern das Kreuz und das Leiden verdrängt: „Leiden und Kreuz passen nicht in unsere modere Wirtschaftswelt, in der alles genau geplant werden muss. Ein kranker Mitarbeiter ist dann höchstens eine Zahl in der Statistik wert.“ Im Blick auf den Gekreuzigten Sohn Gottes könne der Mensch erst ganzheitlich Eins werden. „Denn wir Menschen sind wie ein Kreuz geschaffen.“, predigte der Diakon mit weit ausgebreiten Armen, „Da ist die horizontale Linie, von oben nach unten, von Gott zum Menschen.“ Aber auch vertikal sei der Mensch in seinem irdischen Leben ausgerichtet: „Zwischen Freude und Leid, zwischen Leben und Tod, zwischen Trost und Trauer, zwischen Liebe und Hass.“ Erst wenn der Mensch dieses Kreuz seiner Selbst im Blick auf den Gekreuzigten annehmen kann, sei, so Diakon Neumüller, ein ganzheitliches und zufriedenes Leben möglich. „Auch wenn dann unsere Lebenspläne durchkreuzt werden, können wir dazu stehen und damit umgehen.“

Höhepunkt der Karfreitagsliturgie ist die Erhöhung des Kreuzes. Dreimal wurde ein großes schweres Holzkreuz durch Pfarrer Michael Hirmer hoch erhoben und dabei Stück für Stück enthüllt. „Seht den Herrn, der am Kreuz gehangen, das Heil der Welt.“, sang dabei der Geistliche.
Eindrücklich begann die Kreuzverehrung. Singend zog der Kirchenchor durch den langen Mittelgang der Teublitzer Pfarrkirche. Jede Sängerin und jeder Sänger beute vor dem erhöhten Kreuz als Zeichen der Ehrfurcht die Knie. Nach dem Chor zogen alle Gläubigen vor das Kreuz um den gekreuzigten Herrn zu huldigen.
Schließlich wendeten sich Pfarrer Michael Hirmer, Pfarrvikar P. John und Diakon Heinrich Neumüller in den großen Fürbitten stellvertretend für die Gemeinde an den gekreuzigten Herrn. Dabei wurde für Verantwortlichen der Kirche und die Engagierten der Pfarrgemeinde wie auch für die Kommunionkinder, Firmlinge und Eheleute gebetet. Auch die Nöte der Zeit wurde im Gebet Christus anvertraut.
In der Kommunion empfingen dann die Gläubigen den „Leib Christi“. Denn der gekreuzigte und auferstandene Christus ist Kraftquelle und Heilmittel in dieser Zeit.
Nach der Enthüllung des heiligen Grabes zogen die vielen Ministranten schweigend im Gebet aus dem Gotteshaus.

 

Karfreitag, 30.03.18