Pfarrei Teublitz 001Österliche Musik wurde am Sonntagnachmittag in der Saltendorfer Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung“ beim 147. Telemann-Konzert dargeboten. Auf dem Programm standen dabei Werke von Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts. Neben Musikwerken bekannter Meister wurden auch einige Werke von relativ unbekannten Musikern der Barockzeit vorgestellt.
Norbert Hintermeier (Orgel) eröffnete mit einer Canzone dieses Osterkonzert. Bei der Arie „ Heute ist der Siegestag“ von Philipp Heinrich Erlebach stellten sich alle Ausführenden vor und musizierten zusammen sehr homogen hinsichtlich Klang und Darbietung. Dass die Sängerin und die Instrumentalisten Meister ihrer Stimme bzw. ihres Instruments sind, wurde im Laufe dieser Feierstunde deutlich herausgestellt und bewiesen.

Stefanie Heinrich glänzte bereits im ersten Abschnitt des Konzerts mit einer dreisätzigen Violinsolofantasie von Georg Philipp Telemann mit klarem und ausdrucksstarkem Violinspiel. Ebenso überzeugte Anke Schindlbeck mit der virtuosen und dynamisch ausgewogenen Wiedergabe einer Flötensonate Telemanns. Hermann Heinrich (Violoncello) und Norbert Hintermeier (Orgel) sorgten für das sichere „Fundament“ bei der Begleitung der Musikwerke. Als eine besondere Rarität darf die Psalmkantate „Wie der Hirsch schreiet“ des Helmstedter Kantors Johann Justus Kahle bezeichnet werden. Diese Kantate wurde zum ersten Male in Saltendorf aufgeführt. Die Verse des Psalms 46 schildert die Sehnsucht des Menschen nach Gottes Zuwendung.

Eindrucksvoll war bereits die Eröffnungssinfonie der Instrumentalisten. Daran setzte die Solostimme wortmalerisch mit den Psalmversen ein, die das schmachtende Dürsten ausdrückt. Hier zeigte Elisabeth Schöx (Sopran) die Modulationsfähigkeit ihrer wohlklingenden Stimme, sowohl bei der kolorierte zweistrophigen Arie „Ich ruf, ich schrei“, wie auch beim innigen Schlussteil „…dass ich Gottes Angesicht schaue.“ Mit einem „Halleluja“ des französischen Barockkomponisten Nicolas Bernier und der Marianischen Antiphon der Osterzeit „Regina coeli“ des Wiblinger Benediktinerpaters Benedikt Biechteler, der zur Zeit Telemanns lebte, wurde ein festliches Konzert beendet.

Pfarrer Michael Hirmer ergänzte mit Schriftlesungen und Meditationen, Norbert Hintermeier mit barocken Orgelchorälen über Osterlieder dieses 147. Telemann-Konzerts, das trotz des sommerlichen Wetters zahlreiche Besucher anzog. Nach dem gemeinsam gesungenen Schlusslied spendeten die Zuhörer großen Applaus.

 

 

Saltendorf, 24. April 2018