Pfarrei Teublitz 003Der erste Tag – so stand es groß im Teublitzer Pilgerheft für die Wallfahrt nach Santiago. Er stand unter dem Thema „Vergebung“, denn die erste Station war „Alto del Perdón“, der Hügel der Vergebung. Dieser Hüllte sich voll in Nebel, so dass man kaum die Hand vor Augen sah. Eiskalt pfiff der Wind den Pilgern um die Ohren. Dennoch hielt Pfarrer Michael Hirmer einen spirituellen Impuls, der auch für die spätere Wegstrecke gelten sollte:


 

Impuls – Weg der Versöhnung
Lied: Meine engen Grenzen
Schrifttext: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung (Ps 130)

Meditation
Wir machen uns heute auf dem Weg und werden einige Kilometer auf dem Jakobsweg laufen.
Auf diesem Weg werden wir durch Landschaften laufen und durch Städte.
Wir werden über gut ausgebaute Straßen stehen und über Pfade.
Wir werden Menschen begegnen und uns selbst.
Straßen, Plätze, Weggabelungen, Wegzeichen … all das wird uns begegnen auf unserem Weg heute.

Doch da gibt es noch einen Weg – einen inneren Weg.
Dieser Weg ist wohl der interessantere.
Der innere Pilgerweg führt mich – zu mir selbst.
Der innere Pilgerweg führt mich – zum Nächsten.
Der innere Pilgerweg führt mich – zu Gott.

Gewissenserforschung

Versperrte Weg zu mir:
- Welche Wege hätte ich besser nicht eingeschlagen?
- Welche Sackgassen habe ich mich selbst verrannt?

- Wo habe ich mich von mir selbst entfernt?
- Welche Gewohnheiten stehen mir als gläubiger Mensch im Weg?
- Wo gönne ich mir selbst zu wenig Lebendigkeit? Wo zu viel Überflüssigen?

Versperrte Wege zu Gott
- Durch welche Wege entferne ich mich von Gott? Welche bringe mich näher?

- Wo habe ich Gott links liegen gelassen? Wo ist Er mit gleichgültig gewesen?
- Wo gehe ich bewusst den Weg mit Gott? Wo gehe ich ohne Gott?


Einladung zur Beichte auf den Etappen


Die erste Etappe zu Fuß führte über knapp 7 km und 1,5 Stunden von Eunate nach Puente la Reina. In Eunate findet sich eine alte achteckige Kirche, um die sich viele Mythen ranken. Am Zielort fand sich eine große mittelalterliche Brücke, die auch heute noch die Pilger über einen (nicht mehr ganz so wilden) Fluss führt.
Bei einem Halt in S. Domingo da la Calzada betete die Pilgergruppe in der mittelalterlichen Kathedrale. Man sprach das Schuldbekenntnis und Pfarrer Hirmer bat Gott um Vergebung der Sünden. Das alte Gotteshaus bot dem Gesang der Pilger einen hervorragenden Raum. Interessant an der Kirche ist der Hühnerstall, der an eine alte Legende erinnerte, welche Reiseleiterin Frau Stahl vom Bayerischen Pilgerbüro genau erklärte.
Ziel des ersten Tages war Burgos. Hier zog es die Pilger nach der Ankunft in die wunderbare gotische Kathedrale, wo man gemeinsam Eucharistie feierte. Pfarrer Hirmer ging dabei auf die Berufung des Apostels Jakob ein, zu dessen Grab die Teublitzer unterwegs sind. Dabei frage er die Gläubige, wie es um ihre Berufung stünde.
In der Kathedrale von Burgos fand auch der tägliche Abendabschluss statt: Diesen Tag, Herr, lege ich zurück in deine Hände.

Burgos, 22. Mai 2018