Pfarrei Teublitz 021Wenn 72 Frauen zur Wallfahrt des Frauenbundes Teublitz aufbrechen, dann kann man sich sicher sein, dass es neben dem spirituellen Erleben auch die Lachmuskeln ordentlich zu tun bekommen. Gemeinsam mit Pfarrer Michael Hirmer und Busfahrer Daniel Seidl brachen die Teublitzer Frauenbundfrauen mit zwei Bussen in Richtung Irschenberg auf. Nach einen längeren Stau bei München traf die Pilgergruppe verspätet bei der Wallfahrtskirche des heiligen Marinus in Wilparting ein. Schon während der Busfahrt lobten die Frauen Gott im gemeinsamen Morgengebet.

 

 

In der alten Wallfahrtskirche von Wilparting, die so malerisch am Irschenberg liegt, feierte die Gruppe gemeinsam Eucharistie. Pfarrer Michael Hirmer erklärte in der Predigt, dass es einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen einer „Wallfahrt“ und einer „Pilgerfahrt“ gäbe. Erstere würde man mit Gewissheit unternehmen, alles ist genau geplant. Während letztere offen sein. „Wenn wir heute hier her gefahren sind, dann ist das eine Wallfahrt, wir wissen genau was uns erwartet. Ein Pilger, der z.B. nach Santiago zieht, bricht ein Stückweit ins Ungewissen auf.“ Wir alle seien, so der Pfarrer weiter, Pilger. „Wir sind auf einer großen Pilgerschaft des Lebens. Wir haben ein Ziel vor Augen, nämlich Gott und die ewige Gemeinschaft mit ihm. Aber was uns auf diesem Pilgerweg ein Leben lang erwartet bleibt ungewiss.“ Eine Wallfahrt wie die des Frauenbundes Wilparting könne man als Rastplatz oder Tankstelle für die große Pilgerschaft des Lebens betrachten. „Wenn wir gemeinsam unterwegs sind, beten und Gottesdienst feiern, wann will uns Gott für unseren Lebensweg stärken. Nützen wir dieses Angebot!“

Nach dem Mittagessen wartete schon die gebürtige Maxhütterin Evi Lanz auf die Teublitzer Pilgergruppe. Sie arbeitet seit vielen Jahren im Kinderdorf der Caritas in Irschenberg und hat dort schon mehrere Generationen von Kindern groß gezogen. Sie führte die Frauen aus Teublitz durch das Kinderdorf und erklärte die Arbeit mit den Kindern. Spannend waren der Besuch in den einzelnen Häusern und Wohngruppen. Ziel der Einrichtung ist es, den Kindern eine Familie zu bieten. Deshalb wohnen sie auch gemeinsam in einem Haus zusammen und werden scherpunktmäßig von einer Fachkraft betreut, die ihr Leben mit den Kindern teilt. Diese konkret gelebte Nächstenliebe rührte die Mitglieder des katholischen Frauenbundes Teublitz an.

Evi Lanz und ihre Kinder sind auch in Teublitz keine Unbekannten. Immer wieder feiern sie hier den Gottesdienst mit. Vor einigen Jahren wusch Pfarrer Hirmer in einer spontanen Aktion während der Gründonnerstagsmesse Frau Lanz zum Zeichen des Dienstes an den Menschen die Füße. Die Kinder freuten sich deshalb, dass der Pfarrer sie einmal zuhause mit dem Frauenbund besuchte.

Natürlich kam der Teublitzer Frauenbund nicht mit leeren Händen. Aus der Vereinskasse wurden 300 Euro an das Kinderdorf übergeben. Eine Sammlung in den Bussen erbrachte nochmals knapp 300 Euro.

Am späteren Nachmittag ging es dann zum Ausklang der Wallfahrt nach Rosenheim, wo auf den Spuren der „Rosenheim Cops“ die Stadt erkundet wurde. Eine letzte Herausforderung wartete auf Pfarrer Hirmer jedoch noch am Abend. Mit 72 Frauen ging es in einen Schuh-Werksverkauf.

Die Wallfahrt des Frauenbundes endete mit einem längeren Gebet mit Tagesabschluss auf der Heimfahrt. Immer wieder schallte es durch den Bus: „Diesen Tag, Herr, leg ich zurück in deine Hände.“

Am Ende der Fahrt bedankte sich Pfarrer Michael Hirmer bei allen für das Gebet. Ein besonderes Vergelt´s Gott richtete er an Waltraud Neumüller und Lisbeth Bemmerl von der KDFB Vorstandschaft sowie an Maria Dickert, welche die Wallfahrt maßgeblich organisiert hatte.

 

 

Irschenberg, 10.09.2018