Pfarrei Teublitz 0008„Herz Jesu ist nicht nur der Name unserer Pfarrgemeinde.“, bedankt sich Pater John Mathew, „Herz Jesu ist wie die Menschen hier in Teublitz und Saltendorf leben. Denn sie haben ein großes Herz für Menschen in Not.“ Ende August hatte die Pfarrgemeinde Teublitz in spontaner Hilfsbereitschaft 8.000,- € für die Betroffenen der Flutkatastrophe im indischen Bundestaat Kerala gesammelt. „So viele haben dabei mit geholfen und gearbeitet.“, erinnert sich der indische Pfarrvikar P. John Mathew. Vom Frauenbund und der Veeh-Harfen-Gruppe über die Kolpingsfamilie und DoReMi hin zu den Eltern-Kind-Gruppen halfen auch viele Einzelpersonen zusammen um die schöne Summe zusammen zu bekommen.

 

Anfang September reiste nun Pater John in sein Heimatland. Sein Jahresurlaub war zufällig schon lange so geplant gewesen, dass er die Teublitzer Spendengelder direkt an die Notleidenden auszahlen konnte. „Ich habe während der Überschwemmungen viele Bilder von meinen Freunden und Verwanden erhalten. Ich konnte nicht glauben, was ich da gesehen habe. Viele Menschen haben alles verloren.“, berichtet der indische Geistliche der seit über einem Jahr in Teublitz als Seelsorger mithilft. „Als mich dann mein Schwager vom Flughafen abgeholt hatte, waren die Folgen überall zu sehen.“ Flüsse haben ganze Ortschaften weg gerissen. Viele Menschen verloren ihr ganzes Hab und Gut. „Auch meine Oma und die Familien zweier Tanten waren schwer betroffen. Meine Oma konnte nur sich und das was sie am Leib trug retten.“

Pater John Mathew reiste gleich zu Beginn seines Heimaturlaubs Anfang September in ein von der Flut schwer betroffenes Dorf und musste sich auch die Klagen von Shitu Edkakkunnel anhören, der sich über die langsame Hilfe der Regierung beschwerte. „Wir dürfen hier nicht mehr bauen. Die Regierung vertreibt uns von unserem Land. Erst 70 km weiter wurde uns Land angeboten.“

Insgesamt haben neun Familien Spenden aus Teublitz erhalten. „Ich habe geschaut, was die Familie verloren und ob sie Kinder haben.“, erklärt Pater John nach welchen Kriterien er das Geld verteilte. Den Familien von Rincy Varghese und Tomy Payl wurde damit geholfen ein neues Fundament für ihre neuen Häuser zu bauen. Von den alten stand nichts mehr. „Die Menschen müssen zuerst das Fundamt eines neuen Hauses vorfinanzieren, um dann Hilfsgelder vom indischen Staat zu beantragen.“, erklärt Pater John die Situation der beiden Familien, „nun leben diese Familien so arm, dass sie das nicht können. Das Teublitzer Geld hilft, dass sie staatliche Hilfe überhaupt erst bekommen können.“

Viele Familien leben seit der Flut bei Freunden oder Verwandten. Sie haben zwar ein Dach über den Kopf aber sonst alles verloren. „Meine Oma hatte nichts mehr. Das Wasser hat in ihrem Haus alles zerstört oder weg geschwemmt.“ Pater John half mit den Spenden aus Teublitz deshalb auch Familien, die z.B. neue Kleidung oder nötigen Hausrat brauchten.

„Oft war das Geld nicht einmal das Wichtigste für die Menschen in meiner Heimat.“, lächelt der sympathische Pfarrvikar, „oft war wichtiger, dass jemand kommt zuhört und helfen will. Dass Menschen aus dem weit entfernten Bayern helfen wollen, schenkte den Notleidenden Mut und Hoffnung.“

Jetzt aber, so Pater John Mathew, sei er an der Reihe Danke zu sagen. „Am Donnerstag koche ich für alle und will auch zeigen und sagen, was ich mit den Teublitzer Spenden gemacht und geholfen habe.“ Auch lädt der indische Geistliche die Pfarrgemeinde in seine Heimat ein. „Nächstes Jahr fahren wir mit unserer Pfarrei nach Indien. Ich will den Menschen meine Heimat Kerala zeigen. Auch meine Mutter freut sich schon auf die ‚Deibliza‘.“

Am Donnerstag, 18. Oktober, lädt die Pfarrgemeinde Herz Jesu alle Interessierten um 19.00 Uhr ins Pfarrheim nach Teublitz zum „indischen Abend“ ein.

 

 

Kerala, September 2018