Pfarrei Teublitz 062Die Liturgie des Karfreitags besticht durch seine eindeutigen Symbole und Handlungen. Leer ist der Altarraum: der Altar entblößt, der Tabernakel leer geräumt. In diese Leere hinein warfen sich zu Beginn der Karfreitagsliturgie über 50 Ministranten mit Pfarrer Hirmer und Diakon Neumüller mit dem Gesicht zu Boden. Gemeinsam mit über 400 Gläubigen begannen sie so im stillen Gebet die „Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu Christi“.
Nach den Lesungen und den Antwortgesängen, die der Chor am Karfreitag traditionell ohne Orgelbegleitung begleitet, wurde in verteilten Rollen die Passionsgeschichte, wie sie der Evangelist Johannes überliefert, vorgetragen.

In seiner Karfreitagspredigt stellte wiederholte Pfarrer Michael Hirmer immer wieder die Frage aus der Passionsgeschichte: „Wen sucht ihr?“ Dabei frage er sich, ob die Menschen damals wie heute wirklich den ganzen Jesus von Nazareth suchen und erkennen wollen. „Gerade der Schmerzensmann und der Totgeweihte Jesus wird gerne im Leben übersehen.“ Wie aber solle man mit Leiden, Schmerz und Tod umgehen? „Aus dem Weg gehen oder verdrängen?“, zeigte der Pfarrer Lösungen auf, „Oder, wie es Jesus tag, annehmen und verwandeln.“ Der gekreuzigte Sohn Gottes habe die Abgründe menschlichen Lebens nicht ausgeblendet, er habe sie vielmehr angenommen. In seiner Pfarrgemeinde gäbe es viele Menschen, die mit Jesus diesen Weg von Annahme und Verwandlung gehen. „Menschen gehen diesen Weg mit Jesus, wenn sie ihre Kranken pflegen, wie sie die Alten besuchen und einfach da sind für Leidende. – Mitleid verwandelt!“ Auch Solidarität und Hilfsbereitschaft sowie Trost und Hoffnung erleben Menschen wenn sie mit Jesus Leid und Tod annehmen würden.

Höhepunkt der Karfreitagsliturgie ist die Erhöhung des Kreuzes. Dreimal wurde ein großes schweres Holzkreuz durch Pfarrer Michael Hirmer hoch erhoben und dabei Stück für Stück enthüllt. „Seht den Herrn, der am Kreuz gehangen, das Heil der Welt.“, sang dabei der Geistliche in lateinischer und dann deutscher Sprache.
Eindrücklich begann die Kreuzverehrung. Singend zog der Kirchenchor durch den langen Mittelgang der Teublitzer Pfarrkirche. Jede Sängerin und jeder Sänger beute vor dem erhöhten Kreuz als Zeichen der Ehrfurcht die Knie. Nach dem Chor zog die nicht enden wollende Schar der Ministranten mit den Geistlichen gefolgt von allen Gläubigen vor das Kreuz um den gekreuzigten Herrn zu huldigen.
Im Blick auf das Kreuz wendeten sich Pfarrer Michael Hirmer und Diakon Heinrich Neumüller in den großen Fürbitten stellvertretend für die Gemeinde an Christus. Dabei wurde für Verantwortlichen der Kirche und die Engagierten der Pfarrgemeinde wie auch für die Kommunionkinder, Firmlinge und Eheleute gebetet. Auch die Nöte der Zeit wurde im Gebet Christus anvertraut. Gebetet wurde auch für aktuelle Anlässe wie zum Beispiel die 75. Gelöbniswallfahrt nach Schwandorf.
Schließlich empfingen in der heiligen Kommunion die Gläubigen den „Leib Christi“. Denn der gekreuzigte und auferstandene Christus ist Kraftquelle und Heilmittel in dieser Zeit. Nach der Enthüllung des heiligen Grabes zogen die vielen Ministranten schweigend im Gebet aus dem Gotteshaus.

Die österlichen Feierlichkeiten werden morgen in der Osternacht um 20.30 Uhr ihren Höhepunkt erreichen, wenn die Auferstehung Christi gefeiert wird.

Karfreitag, 19. Apirl ´19