Pfarrei Teublitz 2001Das 152. Telemann-Konzert in der Saltendorfer Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung“ anlässlich des Patroziniumsfestes wurde mit Gesang, Harfe und Orgelmusik gestaltet. Als Thema wurden Gebetsvertonungen aus vier Jahrhunderten vorgestellt und in vorbildlicher Weise interpretiert.

 

 

 

Dass mit einer „Ave Maria“-Komposition das Festkonzert eröffnet wird, bietet sich in Saltendorf natürlich an. Aber die Auswahl von Vertonungen dieses bekannten Mariengebets ist sehr groß. Um so treffender war, dass mit dem Werk des französischen Romantikers Camille Saint-Saens ein besonders ansprechendes Beispiel ausgewählt wurde. Die ausdrucksvolle Melodik und die reiche Harmonik wurden gerade durch die Darbietung mit Gesang und Harfe sehr gut herausgearbeitet: Die Sopranistin Dagmar Spannbauer überzeugte dabei durch ihre exzellente Melodieführung, Veronika Miller-Wabras leichthändiges, musikalisches Harfenspiel fesselten ab dem ersten Musikbeitrag die Zuhörer, die dieses Abendkonzert besuchten.

Mit einer Elèvation für Orgel des gleichen Komponisten leitete Norbert Hintermeier über zu drei exemplarischen Liedern aus Peter Cornelius „Vater unser-Zyklus“. Hier wurden die Lieder mit den jeweiligen gregorianischen „cantus firmus“, der vorangestellt wurde, dargeboten. Diese wunderbar wiedergegebenen Lieder mit freien Dichtungen über die Vater- unser- Bitten sind Gesänge, die leider viel zu selten zu hören sind. Durch die Begleitung mit Harfe wird die romantische Tonsprache noch zusätzlich vertieft. Im zweiten Teil des Kirchenkonzerts erklangen Werke von Ludwig van Beethoven, Georg Philipp Telemann, Norbert Hintermeier und Thomas Augustine Arne. Aus Beethovens Gellertlieder wurde das Lied „Bitten“ vorgestellt. Der Namensgeber der Konzertreihe war mit Orgelbearbeitungen des Lutherliedes zum Vater unser und der Kantate zum Psalm 121 „Ich hebe meine Augen auf“ vertreten. Bei dieser Psalmkantate übernahm Veronika Miller-Wabra nicht nur die Begleitung, sondern spielte auch die von Telemann auskomponierte Instrumentalsolostimme. Dagmar Spannbauer sang sehr innig die Vertonung des Gebets von Pater Rupert Mayer „Herr, wie du willst“. Gerade die Textverständlichkeit und Intonation der Sängerin war sehr gut, dass man als Zuhörer gleichsam mitbeten konnte.

Die Harfensonate Arnes war ein besonders kurzweiliges Intermezzo, bei der die Technik und Spielfreude der Musikerin besonders aufhorchen ließ. Im letzten Teil des Konzerts waren mit Bernard Andrès „Angelus“ (in französischer Sprache), Max Regers „Des Kindes Gebet“ und Arvo Pärts „Vater unser“ Kompositionen, die vor allem aus dem 20. Jahrhundert stammen, auf dem Programm. Diese musikalischen Gebete wurden noch ergänzt durch zwei Mariengebete der Päpste Franziskus und Johannes Paul II, die Barbara Michalski als Lektorin las. Nach langanhaltenden Applaus wurde das berühmte Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ von Johann Abraham Peter Schulz und dem Dichter Matthias Claudius als Zugabe dargeboten. Dieses eindringliche Abendgebet mündete passend direkt in das abendliche „Gebetläuten“ der Saltendorfer Kirchenglocken ein.

Saltendorf, 07. Juli ´19