Pfarrei Teublitz 1006Der traditionelle Dekanatsjahrestag des Dekanats Schwandorf begann am 10. Juni mit einem Konferenzteil, zu dem alle haupt- und nebenamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger geladen waren. Dekan Monsignore Hans Amann durfte zum Studienteil der Dekanatskonferenz einen seiner alten spirituellen Wegbegleiter begrüßen. Pfarrer Dr. Christan Hartl war jahrelang für die Priesterausbildung in Augsburg und Landershofen zuständig und leitet derzeit als Hauptgeschäftsführer das bischöfliche Hilfswerk RONOVABIS, das seinen Schwerpunkt in Mittel-, Ost- und Südosteuropa hat.
In seinem Vortrag vor den Priester zeigte Dr. Hartl die großen Probleme Osteuropas auf:



Die Ost-West-Migration hinterlässt in vielen Ländern sogenannte Euro-Waisen. Die Eltern arbeiten im reichen Deutschland und lassen ihre Kinder in ihren Herkunftsländern bei den Großeltern zurück. Familienleben geschieht am Abend über Skype. Im baltischen Litauen gibt es fast keine jungen Erwachsenen mehr, da diese meist nach England ausgewandert sind. Zurück bleiben „depressive Alte“. Das Wegbrechen der leistungsfähigen Mittelschicht zieht eine Verarmung weiter Teile osteuropäischer Gesellschaften mit sich. Die Kluft zwischen reichen und armen europäischen Staaten wächst ökonomisch, kulturell und ideell.

Mit dieser materiellen wir geistigen Verarmung geht die Anfälligkeit gegenüber politischen Populismus einher. Osteuropäer fühlen sich vom Rest Europas ausgebeutet und verlassen. Zukunftsängste machen sich breit. Der stärker werdende Populismus in Mitte- und Osteuropa findet seine politischen Opfer dann in Migranten oder Minderheiten.

Ein weiteres großes Problem ist der Menschenhandel. Viele Frauen aus Osteuropa müssen in deutschen Bordellen Zwangsarbeit leiten. Frauen würden oft wie Vieh gehandelt.

RENOVABIS sieht neben seinen kirchlich-pastoralen Aufgaben seinen Dienst vor allem auch darin, für gegenseitiges Verständnis zu werben. Der Austausch zwischen Ost und West und das voneinander lernen sind wichtige Aufgabe von RENOVABIS. Hinzu kommt das Thema Bildung. Denn gebildete Menschen sind die Zukunft eines jeden Landes.

 

Das Bild zeigt den Referenten Pfarrer Dr. Christian Hartl im liturgischen Gewand vor Beginn des Kapitelamtes. Die Folien sind mit freundicher Genehmigung von Dr. Hartl aus dessen pps abfotografiert.

 

Teublitz, 10. Juli ´19