Pfarrei Teublitz 1025Das Adventskonzert der Teublitzer Chöre gehört seit fast einem halben Jahrhundert zu den beliebtesten und bekanntesten Musikveranstaltungen im Stadtgebiet von Teublitz. Seit der Einführung im Jahre 1972 durch den Teublitzer Kirchenmusiker Norbert Hintermeier fand das Konzert jährlich am 3. Adventsonntag in der Pfarrkirche „Herz Jesu“ statt.
Heuer erfuhr es die 48. Auflage mit einem vielseitigen und abwechslungsreichen Programm von Chor-, Instrumental- und Volksmusik sowie mit geistlichen Lesungen und Meditationen. Auch die zahlreichen Zuhörer wurden dabei aktiv mit einbezogen.

Pfarrer Michael Hirmer begrüßte zu Beginn des Konzerts vor allem die Bügermeisterin Maria Steger, die heuer zum letzten Mal ihre weihnachtliche Ansprache an die Konzertbesucher richtete.

Das Gesangs- und Instrumentalensemble „DoReMi“, unter der Leitung von Christine Wiendl begann zur musikalischen Einstimmung mit drei ausgewählten Beiträgen: „Hör in den Klang der Stille“, dem fein vorgetragenen „Marienlied“ aus dem 19. Jahrhundert „Maria durch ein Dornwald ging“ und dem rhythmisch pointiertem „Kyrie eleison-sieh was geschieht“.
Der Kirchenchor und das Streicherensemble stimmten mit einem einleitenden Präludium und der kleinen Kantate „Tröstet mein Volk“ von Gerhard Raabe ein. Im Mittelpunkt dieser adventlichen Musikstunde stand Maria, die Mutter Gottes als zentrale Adventsheilige. Dies zeigte sich auch darin dass die Heiligenfigur „Schwangere Gottesmutter“ von Familie Link an Familie Michalsiki im Rahmen des Teublitzer „Frauentragens“ übergeben wurde.

Ein Streichtrio spielte einen fast archaisch klingenden Satz zu „O Maria, sei gegrüßt“, den der Kirchenchor feinfühlig aufgriff und das aus dem Jahre 1531 stammende Lied darbot. Ein besonderer Höhepunkt war die Interpretation der 5-stimmigen Magnificatmotette „Übers Gebirg Maria geht“ von Johannes Eccard, der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts lebte. Mit ausgefeilter Dynamik und feiner Intonation zeigte hier der Teublitzer Kirchenchor seine musikalische Qualität. Die darauffolgende Streicherpastorale von Antonio Vivaldi, sorgfältig und fein musiziert, beschloss diesen Programmteil.

Die Schriftlesung von Diakon Heinrich Neumüller aus dem Lukasevangelium berichtete über die Begegnung Marias mit Elisabeth und dem Lobgesang „Magnificat“.

Dem Mittelteil der Programmfolge übernahm der MGV „Gute Freunde“ Teublitz und die „Stubenmusi“ des Kirchenchors. Diese Musikgruppe, die sich aus den Chormitgliedern Dennis Ruß (Zither), Martina Zankl (Hackbrett) und Kerstin Lichtenegger (Gitarre) zusammensetzt, eröffnete mit einer „Staaden Weise“. Auch die Begleitung des Männerchors, der sehr diszipliniert und aufmerksam sang, wurde sehr einfühlsam und gekonnt übernommen. Mit „Gegrüßet seist du, Maria“ und „Der Engel des Herrn“ wurde die Thematik des Adventkonzerts aufgegriffen. Nach einer Meditation durch Lektor Christian Kürzinger, war der abschließende Teil dem Lobpreis Gottes gewidmet.
Eine Streicherpastorale des böhmischen Komponisten Wenzel Pichl und eine 8-stimmige, doppelchörige Motette aus dem 17. Jahrhundert leiteten über zu einem sehr ansprechenden „Jubilate Deo“ für Chor und Orchester. Abgeschlossen wurde dieser Teil mit Johann Sebastian Bachs berühmtem Choralsatz „Wohl mir, dass ich Jesum habe." Dieser Choral mit seinem lieblich-pastoralem Charakter durch die instrumentalen Zwischenspielen ist ursprünglich aus einer Adventskantate Bachs, die er später umarbeitete zur Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben." Somit gelang Norbert Hintermeier mit seinen Musizierenden wieder gleichsam die Klammer zum Anfangsteil des Programms.
Nach den Dankesworten von Pfarrer Michael Hirmer folgte ein langanhaltender Applaus der Zuhörer.
Als Zugabe aber stimmten alle Mitwirkende zusammen mit allen Besuchern in den berühmten Andachtsjodler mit ein.

 

Teublitz, 15. Dez´19

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