Pfarrei Teublitz 1035Ein wenig anders war es schon für die Gläubigen, die am 25. Dezember den festlichen Weihnachtsgottesdienst in der Teublitzer Herz-Jesu-Kirche mitfeiern wollten. Am Eingang wurden sie mit einem Liederzettel willkommen geheißen und alle wurden gebeten, die Kirche von der ersten Bankreihe her aufzufüllen. Grund hierfür war die Live-Übertragung des Gottesdienstes. Der Bayerische Rundfunk übertrug mit seinem Radioprogramm Bayern1 die Messe von 10 Uhr bis 11 Uhr live.
„Alles sollte auf die Sekunde passen.“, erklärt Pfarrer Michael Hirmer die große Herausforderung des live gesendeten Gottesdienstes, „Vor allem unser Kirchenmusiker Norbert Hintermeier stoppte seit Monaten die Gesänge und Sprechtexte der Gottesdienste mit.“ Spannend war es, ob die einzelnen Abschnitte des Gottesdienstes dann auch zeitlich zusammen passen würden. „Doch nach zwei Proben konnten wir sicher sich, dass nichts schief gehen kann.“, so der Pfarrer.

Gebannt blickten alle Ausführenden und die Gottesdienstgemeinde auf ein kleines LED-Licht. Als es um 10 Uhr rot aufleuchtete, war jedem klar: „Jetzt sind wir in ganz Bayern und darüber hinaus zu hören.“ Als es Punkt 11 Uhr wieder verlöschte, brandete großer Applaus durch das Teublitzer Gotteshaus, denn alle waren begeistert von der wunderschönen Weihnachtsmesse.

Schon vor knapp neun Monaten begann die musikalische Vorbereitung auf den Gottesdienst. Kirchenmusiker Norbert Hintermeier führte die von ihm selbst geschriebene „Saltendorfer Marienmesse“ auf. Besonders an dieser war der Einsatz einer Harfe. „Im Antwortgesang des Weihnachtsfeistes heißt es, dass wir Gott mit Harfen und Zithern loben sollen.“, lächelt der Kirchenmusiker, „also habe ich mir gedacht, dass ich auch bei der Kirchenmusik eine Harfe zum Einsatz bringen sollte.“ Fast 30 Mikrofone waren auf der Empore nötig, um den festliche Kirchenmusik aufnehmen zu können. Harfe, Flöten, Streichinstrumente und diverse Blasinstrumente mussten abgenommen werden. Auch für den Kirchenchor und Männergesangsverein waren mehrere Mikrofone nötig. Schließlich musste auch die Töne der Orgel aufgenommen werden. Doch Sänger und Musiker ließen sich von dem großen technischen Aufwand nicht beeindrucken. „Wir könnten Ihre Kirchenmusik sofort live aufnehmen und auf CD brennen.“, lautete schon das große Lob der Ton-Ingenieure des BRs nach der Generalprobe. Dieser war mit einem großen Übertragungswagen und einem kleineren mit großer Satellitenantenne in Teublitz angereist, um den Gottesdienst live senden zu können. Neben dem Ton-Ingenieur und dessen Assistent war auch ein Sendetechniker vor Ort.

Zu Beginn der Live-Übertragung begrüßte der kirchliche Rundfunkbeauftrage des Bistums Regensburg Spiritual Matthias Effhauser die Rundfunkhörer vom Ambo aus. Er stellte die Pfarrgemeinde Teublitz, den Pfarrer und den Kirchenmusiker vor. Danach begann der Gottesdienst mit dem Einzug. Und man merkte nur noch wenig davon, dass der Gottesdienst so lange vorbereitet und gerade live über den Äther ging. „Obwohl!“, freut sich Pfarrer Hirmer, „Die Gottesdienstgemeinde hat schon extra laut mitgebetet und mitgesungen.“
Des Pfarrers großes Problem im Vorfeld des Gottesdienstes war seine Predigt. Diese wollte ihm bei den zwei Generalproben und diversen weiteren Sprechproben nicht perfekt gelingen. „Ich predige ja immer frei und schreibe mir nie Predigt auf.“, erklärt Pfarrer Hirmer sein Lampenfieber, „Ich bin Legastheniker und es war für mich eine große Herausforderung, die Predigt vorzulesen und dabei gleichzeitig lebendig zu wirken.“ Vielleicht half ja das zu Beginn des Gottesdienstes an den Heiligen Geist gerichtete Gebet, dass die Predigt schließlich bei der Live-Übertragung gelingen ließ.

Während der Kommunionausteilung wurde dem Pfarrer durch Mesner Günter Karcher ein Zettel zugesteckt: „3 Minuten zu lang.“ Doch niemand kam in Schwitzen, wurde doch genügend Puffer für so einen Fall eingeplant. „Mit dem Danklied ‚Nun freut euch ihr Christen‘ waren wir flexibel.“, erklärte Kirchenmusiker Norbert Hintermeier, „Hier konnten wir einfach zwei Strophen weniger singen und somit wieder Zeit gewinnen.“ Jedoch wurden durch die Regie im Übertragungswagen auch die Dankesworte des Pfarrers gestrichen, so dass nach dem Schlussgebet sofort ein kurzer Segen folgen musste. „Die Hörer haben dies aber nicht mitbekommen.“, versichert der Rundfunkbeauftragte Effhauser, „Es war ein toller und harmonischer Gottesdienst.“

Nach dem das Rotlicht ausgegangen und der Applaus abgeebbt war, holte Pfarrer Michael Hirmer seine Dankesworte nach und lobte in höchsten Tönen die „Mannschaft von Herz Jesu“, die von Mesner über Ministranten, von Lektoren, Kommunionhelfer und Diakon bis hin zu den Sängern und Musikern einfach einen unvergesslichen Gottesdienst auf die Beine gestellt hatte. Auch bedankte sich der Geistliche bei den vielen Mitfeiernden, die durch ihr Gebet und ihren Gesang ein großes Glaubenszeugnis gaben.

Nach dem Gottesdienst (siehe Foto) wurde noch ein großes Gruppenbild aller Mitwirkenden gemacht. Das Foto soll jeder bekommen, der beim Rundfunkgottesdienst aktiv war. Dazu kommt noch eine Audio-CD mit einem Mitschnitt des Gottesdienstes.

 

Teublitz, 25. Dez´19

 

Während des Gottesdienstes konnte nur von der Seite fotografiert werden.

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