Pfarrei Teublitz5004Es war ein Ostersonntag wie er im Bilderbuch stehen könnte: Wunderschöner Sonnenschein und blühend grüne Natur, dazu bayerisch weiß-blauer Himmel und eine selige Ruhe, in der man die Vögel zwitschern hören konnte. An diesem wunderschönen Osterfest, das überschattet ist von der Corona-Krise, zogen Pfarrer Michael Hirmer und Pfarrvikar P. John Mathew durch die Straßen von Saltendorf, um die Bewohner mit dem Allerheiligsten, dem Leib Christi, zu segnen.

 

„Es ist mittlerweile der vierte Sonntag hintereinander, dass wir durch die Straßen unserer Pfarrgemeinde ziehen.“, runzelt Pfarrer Michael Hirmer die Stirn und fügt hinzu, „wohl werden wir nächsten Sonntag wieder von vorne beginnen müssen, da ein Ende diese Krise nicht abzusehen ist.“ Für die Menschen von Saltendorf ist die Aktion der beiden Priester jedoch im wahrsten Sinne des Wortes ein Segen. „Wir haben hier schon auf die beiden gewartet.“, freut sich Maria Dickert, die sich mit ihrer Veeh-Harfe an die Rötlsteinstraße gestellt hat. Mit ihr warten auch die Familien aus den Nachbarhäusern und säumen links und rechts die Straße. Also die Geistlichen mit dem Allerheiligsten um die Ecke biegen, besinnen alle zu singen: „Lobet den Herren.“ Vom Baby im Kinderwagen bis hin zur 90jährigen Uroma betete Großfamilie Obermeier-Suttner mit und empfing die geistige Kommunion. Für die Kinder war jedoch eine Frage des Pfarrer wichtig: „War der Osterhase schon da?“
„Es werden Sonntag für Sonntag mehr Menschen.“, freut sich P. John, „sie stehen in den Gärten oder winken und von der Türe aus zu. Und sie vermissen Christus, weil sie merken, dass der Glaube jetzt wichtig ist.“ Oft brannten noch die Osterkerzen an den Häusern, die am Abend zuvor durch engagierte Familie mit dem Osterlicht entzündet wurden. „Auch nächsten Sonntag, dem Weißen Sonntag, werden wir wieder durch Teublitz ziehen.“, merkt Pfarrer Hirmer an, „Vor vier Wochen sind wir das erste Mal durch ein Viertel unserer Pfarrgemeinde gezogen. Jetzt beginnen wieder von vorne und wir werden damit nicht aufhören, bis die Menschen wieder Gottesdienst in den Kirchen feiern können.“

 

Teublitz, Ostersonntag 2020