Pfarrei Teublitz004Wenn die Muttergottes von Saltendorf auf Wanderschaft geht, dann stehen die Menschen vor besonderen Herausforderungen. Dabei hat Pfarrer Michael Hirmer sich von der langen Geschichte der Gottesmutter von Saltendorf inspirieren lasen. „Vor über 650 Jahren wird zum ersten Mal eine Wallfahrt nach Saltendorf urkundlich erwähnt.“, packt der Pfarrer sein geschichtliches Wissen aus, „Damals lag ganz Europa nach der großen Pest-Epidemie am Boden.“ Gerade in schweren Zeiten pilgerten die Menschen aus Teublitz und Umgebung zur „Gnadenmutter von Saltendorf“, um dort Hilfe in Not zu erbitten. 

Die Parallelen zur unserer Zeit zieht der Seelsorger von Teublitz und Saltendorf schnell. „Nach der Corona-Krise werden große Herausforderungen auf unsere Gesellschaft und die ganze Welt zu kommen.“
Die Aufgabe der Kirche sei es in Zeiten der Ungewissheit den Menschen nahe zu sein und ihnen dies auch durch Symbole zu zeigen. Ein Symbol sei dabei die „Gnadenmutter von Saltendorf“, eine fast 600 Jahre Marienfigur, die den Hochaltar der Saltendorfer Kirche körnt. „Gerade in schweren Zeiten, ist diese Marienfigur immer auf Wanderschaft gegangen.“, erklärt Pfarrer Hirmer. Das letzte Mal sei sie am Ende des Zweiten Weltkrieges im Wald versteckt worden, um vor Plünderung und Zerstörung geschützt zu werden. „Nach dem Krieg trugen die Bewohner von Saltendorf ihre Gottesmutter in feierlicher Prozession zurück in die Kirche.“

Am kirchlichen Hochfest „Maria Schutzfrau Bayerns“, das jedes Jahr am 1. Mai gefeiert wird, werden Pfarrer Michael Hirmer und Pfarrvikar P. John Mathew die „Gnadenmutter von Saltendorf“ durch die Straßen von Teublitz und Saltendorf tragen. „Wenn Maria mit Jesus auf dem Arm die Kirche verlässt und zu den Menschen geht, ist das für ein klares Zeichen dafür, dass Gott den Menschen nahe ist.“, erklärt der Pfarrer diese Aktion, „Wir bitte die Gottesmutter Maria um Fürsprache für die Sorgen, Nöte und Anliegen der Menschen Teublitz und Saltendorf.“

Um die Madonna durch die Straßen tragen zu können hat Schreinermeister Karl Popp eine spezielle Tragevorrichtung konstruiert. Damit soll am 1. Mai ab 10 Uhr die altehrwürdige Marienstatue durch die Straßen getragen werden. „Für mich ist es etwas Besonderes so etwas schreinern zu dürfen.“, kommentiert Karl Popp den ungewöhnlichen Auftrag des Pfarrers. Floristin Petra Kürzinger wird für den passenden Blumenschmuck sorgen.
„Ich denke, dass die Bewohner unserer Pfarrgemeinde die Aktion sehr gut aufnehmen werden.“, freut sich Pfarrer Michael Hirmer auf den 1. Mai, „sicherlich werden viele Menschen aus ihren Fenstern schauen oder an den Türen und in den Gärten mitbeten wenn wir mit der Gottesmutter vorbei ziehen werden."
Darin liegt wohl auch der tiefere Sinn, wenn die „Gottesmutter von Saltendorf“ nach 75 Jahren wieder auf Wanderschaft geht: Die Menschen zum Gebet und zum christlich gelebten Miteinander einzuladen.

Am 01. Mai wird ab 10 Uhr die Gottesdmutter von Saltendorf durch folgende Straßen getraßen: 
Rötlsteinstraße, Sonnenstraße, Lohstraße, Koppenbühlstraße, Beethovenstraße, Dr.-Fr.-Flick-Straße, Parkstraße, Richtstraße, Angerstraße, Ganghoferstraße, Burgerweg,  Ostenstraße, Fichtenstraße, Blumenstraße, Fischbacher Straße, Frankenstraße, Peter-Ludwig-Straße, Wiesenstraße, Frankengraben, Dollingerstraße, Maxhütter Straße, Hans-Böckler-Straße, Regensburger Straße, Hauptstraße.

 

Saltendorf, 28.04.20