DSC 7831„Das schönste in meinem Leben ist, einen Gott an meiner Seite zu haben, der meine Sorgen, Nöte und Anliegen kennt.“, fasst Pfarrer Michael Hirmer das neuste pastorale Errungenschaft der Pfarrgemeinde Teublitz zusammen, „In der Saltendorfer Marienkirche wird es jetzt eine Gebetwand, eine sogenannte Klagemauer, geben, in welche die Gläubigen ihre Gebetsanliegen stecken können.“ Anlässlich des feierlichen Patroziniumsgottesdienstes zum Fest „Mariä Heimsuchung“ wurde die Gebetswand feierlich gesegnet.



„Als mich der Pfarrer bat, Ziegelsteine mit großen Löchern zu kaufen, wunderte ich mich.“, berichtet Pfarrhaushälterin Alexandra Zeins über die Idee des Pfarrers, „Er hat mir dann erklärt, dass in die Löcher und Ritzen der Steine Zettel mit Gebetsanliegen gesteckt werden können.“ Gemeinsam mit ihrem Mann Alexander baute die Pfarrhaushälterin Zeins im Eingangsbereich der Saltendorfer Kirche eine ca. 1,20 m hohe Mauer. „Die Niese vor dem Kreuz erschien und als passender Ort.“ Beim Betreten der altehrwürdigen Wallfahrtskirche werden die Besucher nun eingeladen, ihre Gebete und Anliegen zu formulieren. Dabei steht ein Stehpult mit Zettel zur Verfügung.

„Die Idee ist nicht neu.“, erklärt Pfarrer Hirmer die Hintergründe der Aktion, die langfristig in der Marienkirche verortet sein soll, „In Jerusalem beten die Juden vor der weltberühmten Klagemauer und stecken dort ihre Gebete und Anliegen auf Zettel in deren Ritzen.“ In vielen Kirchen und Kapellen laden solche „Klagemauern“ zum persönlichen Gebet ein.
Die Saltendorfer Gebetswand steht jedoch in einem größeren Zusammenhang. „Inspiriert durch die Corona-Pandemie war unserem Seelsorgeteam klar, dass wir intensiver zu den Menschen gehen müssen.“, führt Hirmer aus, „Deshalb soll zwischen der Franziskuskapelle und der Marienkirche ein Meditations-Weg mit sieben Stationen entstehen. Die Gebetswand in der Kirche wird als achte Station den Abschluss des Weges bilden.“

'Kirchenpfleger Matthias Obermeier freute sich über die Idee des Pfarrers und bot sofort die Unterstützung der Saltendorfer Kirchenverwaltung an. „Seit über 650 Jahren pilgern Menschen zur Gnadenmutter von Saltendorf mit ihren Sorgen und Anliegen. Der Meditations-Weg und die Gebetswand sind eine neue Form dieser Wallfahrt.“ Dass die Gebetsmauer angenommen wird, zeigten schon vor der offiziellen Einweihung die ersten Zettel, die Gläubige hinein gesteckt haben. „Es freut mich, dass die Gebetswand schon jetzt so gut von den Menschen angenommen wird.“, freut sich Pfarrer Michael Hirmer und wünscht sich, dass die Klagemauer von Saltendorf in der Zukunft viele Menschen zum Gebet einladen wird.

 

Bild (vorn links): Kirchenpfleger Matthias Obermeier, Alexander und Alexandra Zeins, Pfarrer Michael Hirmer, Diakon Heinrich Neumüller, Pfarrvikar P. John Mathew 

 

Teublitz, 04. Juli 2020