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Image00036„Versöhnung & Provokation“ könnte man über den dritten Pilgertag setzen. Schon um 5.20 Uhr traf sich die Gruppe vor dem Paulushaus, um in die Grabeskirche zu gehen. Dort feierten die Pilgergruppe Eucharistie auf dem Hügel Gologota, an der Stelle, an der Jesus gekreuzigt wurde. Mit einfachen und behutsamen Worten stellte Pfarrer Hirmer heraus, dass an diesem Ort Jesus Christus all das Schlechte und Böse dieser Welt getragen hat. „In seinem Leiden und seinem Tod hat Christus universale Versöhnung geschenkt: Ich kann versöhnt sein mit mir selbst und so Versöhnung stiften in meinem Umfeld.“

 

Besonders bewegt war Roland Unger, der aus dem Buch Jesaja die Lesung vortragen durfte: „Mit Worten nicht zu beschreiben.“, staunte er. In einem langen stillen Gebet konnten sich dich Pilger an den Gekreuzigten Herrn wenden und ihm alle Anliegen, Sorgen und Nöte vortragen.

Nach der Messe zog es die Pilgernden wie von Zauberhand vom Kreuzigungshügel hin zum Heiligen Grab. „Es war so ein inneres Drängen.“ Neben dem Heiligen Grab, in der lateinischen Kapelle, saßen die Teublitzer sichtlich vom Gottesdienst angerührt lange im stillen Gebet bis Pfarrer Hirmer mit sanfter Stimme das Evangelium von der Auferstehung Christi vortrug. Das innigliche und vollkommen spontane Gebet wurde von einem Osterlied gekrönt.

Nach der Versöhnung, die Christus am Kreuz geschenkt hat, holte die Pilgergruppe aber schnell wieder dir Realität der aktuellen politischen Lage im zerrissenen Jerusalem ein. Beim Besuch des Tempelberges erlebten die Pilger hautnah, wie radikale jüdische Siedler die Muslim ringsum den Felsendom provozierten und die muslimischen Ordnungskräfte die christliche Pilgergruppe schikanierte. „Versöhnung und Provokation innerhalb einer Stunde! Warum wohl die Menschen nichts daraus lernen?“, fragte sich so manche aus der Pilgergruppe.

Zurück an der Klagemauer steckten die Pilger nach altem Brauch Zettel mit ihren Gebetsanliegen in die Ritzen des über 2000 Jahre alten Gemäuers. Neben dem persönlichen Gebet beeindruckte aber die Gruppe vor allem das jüdische Treiben. Frauen und Männer beten getrennt. Alle bedecken als Ehrfurcht vor Gott ihr Haupt. Besonders interessant war jedoch, dass die Teublitzer einige Bar Mizwa Feiern erleben konnten. Junge Juden lesen hier unter großem Trubel zum ersten Mal aus der Tora vor und gelten dann als erwachsen.

Auf dem Berg Zion kamen die Teublitzer Pilger der christlichen Urgemeinde nahe, befindet sich dort der Abendmahlsaal und die Stelle, an der die Gottesmutter Maria entschlafen ist. „Dormitio – Entschlafung“ nennt sich deshalb das deutsche Benediktinerkloster, das Kaiser Wilhelm II. gestiftet hat und sich im Besitz des Deutschen-Land-Vereins befindet, mit dem Pfarrer Hirmer diese Pilgerreise plante. In der Krypta der Klosterkirche wird nach einer alten Tradition der Ort verehrt, an dem Maria verstarb und mit Leid und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. Die deutschen Benediktiner haben auch ein schöne Cafeteria, die gern zur Mittagspause genutzt wurde.

Unweit der Abtei befindet sich der Abendmahlsaal, in dem alle drei monotheistischen Weltreligionen zu Hause sind. Im Erdgeschoss verehren die Juden das Grab des Königs David, während sich im Obergeschoß der Abendmahlsaal befindet, der später auch als Moschee diente, weshalb das Gebäude von einem Minarett gekrönt wird. Im Abendmahlsaal konstituierte sich die christliche Urgemeinde. Zunächst feierte Jesus am Abend vor seinem Leiden auf dem Zionsberg das letzte Abendmahl mit den Jüngern. Am Ostertag waren dort die Jünger und die anderen Gefolgsleute Jesu versammelt und begegneten dem Auferstandenen. Schließlich ereignete sich hier auch das Pfingstereignis, das als Geburtsstunde der Kirche gilt. Deshalb versuchen die Pilger im Abendmahlsaal um den Heiligen Geist zu bitten, was jedoch schwer viel, da eine Touristengruppe störte. Dennoch verkündete Marlene Unger das Evangelium, wie Jesus seinen Jüngern verspricht nach seinem Tod den Beistand, den Heiligen Geist zu senden.

Am Berg Zion trennte sich dann die Pilgergruppe. Einige nutzen die Zeit für Einkäufe, andere um sich in einer längeren Siesta zu erholen. Einige Geschichtsinteressierte führte Pfarrer Hirmer durch die Zitadelle, einem Museum, das die Stadtgeschichte Jerusalems machzeichnet. Dies beeindruckte Pfarrgemeinderatssprecher Georg Niederalt, der bei der abendlichen Reflexion den Pfarrer lobte: „Wir haben Michael in den letzten Tagen als unglaublich spirituellen Menschen ganz neu erleben dürfen. Doch wir er heute durch 5000 Jahre Jerusalemer Stadtgeschichte geführt hat, war einfach beeindruckend.“

Nach dem Abendimpuls und der Tagesreflexion erzählte Pfarrer Hirmer, wie er zufällig auf Bischof Michael aus Simbabwe getroffen ist. Natürlich war diesem Regensburg bekannt: „Oh, Regensburg! Kardinal Müller was Bishop there!“ Schließlich war man sich einig, dass Michael doch ein schöner Name sein. 

 

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