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IMG 0065Mit einer „Partnerschaft und Tränen“ endete die Pilgerreise der Pfarrgemeinde Herz Jesu ins Heilige Land. Der siebte und letzte Pilgertag führte die Oberpfälzer in die Heimatstadt Jesu nach Nazaret.

Vom See Genezareth brach die Gruppe auf, um ins Bergland von Galiläa nach Nazaret zu fahren. Dort stand die Gottesmutter Maria im Mittelpunkt. In der Mitte der Stadt findet sich der Verkündigungsbrunnen, an dem laut ostkirchlicher Tradition der Engel Gabriel der Jungfrau erschienen ist, um ihr die Geburt des Erlösers zu verheißen. In der orthodoxen Gabrielskirche konnten die Pilger einen kleinen Ausschnitt der Göttlichen Liturgie in griechischen Sprache miterleben. Sie stellt einen Dialog zwischen Gott und dem Menschen dar.

Durch den Basar ging es dann zur katholischen Verkündigungskirche. Hier hat, nach westkirchlicher Tradition, der Erzengel Gabriel die junge Frau Maria überrascht und ihr verkündet, dass sie Mutter Gottes sein solle. Rund und in die größte christliche Kirche des Nahen und Mittleren Ostens befinden sich Mariendarstellungen aus allen Herrenländern. Besonders interessant ist das Marienbild aus Deutschland. Es zeigt zwei durch eine Mauer getrennte Personen unter dem Schutzmantel der Madonna. Die Teilung Deutschlands klingt hier an. Dieses Bild wurde gut einen Monat vor dem Mauerfall im Vorhof der Kirche angebracht. Tatsächlich waren es Christen, die Montag für Montag über Jahre hinweg in Leipzig friedlich gebetet haben und so zur Keimzelle des Mauerfalles wurden. – In der unteren Kirche konnten die Pilger das Haus Mariens verehren. Die alten Gemäuer wurden durch die Byzantiner und später durch die Kreuzfahrer überbaut und immer wieder zerstört, bis schließlich in den 60ger Jahren die heutige große Doppelkirche entstand.

Pfarrer Hirmer führte in seinem geistlichen Impuls vor der Kirche aus, dass Gott auf das Ja Mariens wartete und zitierte ein Gemälde aus der Kirche St. Maria sopra Minerva in Rom. „Dort wartet Gott Vater im Himmel gespannt auf die Antwort Mariens und der Heilige Geist rudert noch einmal zurück, um Marias Zusage abzuwarten.“ Dies habe, so der Geistliche, eine tiefe Bedeutung auf für uns: „Es gibt keine göttliche Heilsvergewaltigung!“, spitze der Pfarrer zu: „Gott wartet auf unser Mitwirken und unser Zutun und will unseren freien Wille nicht übergehen.“ Maria trägt das Ihre im Erlösungswerk Gottes durch ihr Ja bei. „Können wir Ja sagen zu Gottes Erlösung? Gott wartet auch auf unser Ja voll Spannung und voll Freude.“ – In der Kirche des hl. Josef gleich nebenan beteten die Pilger mit der Heiligen Familie und schmetterten so manches Marienlied.

Auf dieser Pilgerfahrt sind auch die Begegnungen mit Menschen wichtig. „Denn entscheiden sind nicht tote Steine, sondern die Menschen“, stellte Pfarrer Hirmer schon vor der Pilgerfahrt bei den Vorbereitungstreffen immer wieder klar. Die Begegnung in Nazaret mit Sr. Klara war des halb wichtig für das Ganze der Pilgerreise. Die Salvatorianer-Schwestern betreiben in Nazaret eine große christliche Schule, in der Kinder vom Kindergarten bis zum Abitur gehen. „Wir haben dabei eine Abitur-Quote von über 90%“, berichtet Sr. Klare stolz: „Denn Bildung ist das Wichtigste und das Beste, was wir unseren Kindern schenken können.“ Jedoch ist diese Bildung der aktuellen israelischen Regierung ein Dorn im Auge. „In den jüdischen Religionsschule lernen sie nur die Tora und kaum Allgemeinbildung“, beklagt die Schwester: „Jetzt will die Regierung die christlichen Schulen verstaatlichen, weil bekannt wurde, dass unsere Schüler weitaus besser abschneiden.“ Gerade im Bildungsbereich zeigen sich die Repressionen des Staates Israel gegenüber der christlichen Minderheit.

„Die christliche Minderheit in Nazaret und den Dialog zwischen den Religionen wollen wir fördern“, bedankte sich Pfarrer Hirmer bei Sr. Klara: „Deshalb will unsere Pfarrgemeinde Herz Jesu Teublitz im Rahmen der Sternsingeraktion eine Patenschaft mit ihnen eingehen.“ Mit einem kräftigen Händedruck besiegelten Pfarrer Hirmer, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Georg Niederalt und Sr. Klare diese Zusammenarbeit, die auch für die Teublitzer Kinder fruchtbar gemacht werden soll. Künftig soll ein Teil der von den Teublitzer Sternsinger gesammelten Gelder in Kooperation mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ in Aachen an die Schule in Nazaret gehen.

Von Nazaret brach die Pilgergruppe zur letzten Station ihrer Reise auf: Dem Berg Tabor, dem Berg der Verklärung Jesu. Hier begegnen dem verklärten Christus die Vertreter des Alten Testaments: Mose und Elija. Die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes werden Zeugen, als eine Stimme aus dem Himmel ruft: „Das ist mein auserwählter Sohn, an ihm habe ich Gefallen gefunden.“

Mit Shuttletaxis ging es dem hohen Tabor. Vor dort bot sich ein wunderbarer Blick auf die Jesreel-Ebene, eine der fruchtbarsten Gebiete des Heiligen Landes. In der Kirche ist auf dem großen Mosaik in der Apsis die biblische Erzählung von der Verklärung Jesu dargestellt. In den Türmen befinden sich zwei Kapellen: eine für Mose und eine für Elija, denn Petrus wollte drei Hütten bauen, um diesen Augenblick der Klarheit festzuhalten.

Neben der Kirche feierten die Teublitzer Pilger einen sehr emotionalen Gottesdienst. Mit Hilfe eines Bildes übertrug Pfarrer Hirmer die Geschichte ins Heute. „Von diesen Momenten der Verklärung zehren wir. Wenn alles klar ist und wir Gott begegnen. Aber auch wir müssen immer wieder hinabsteigen in das Allerlei des Alltages. Ich wünsche Ihnen, dass diese Pilgerreise so manchen klaren Moment der Gottesbegegnung für sie aufgetan hat. Und ich wünsche Ihnen, dass sie davon in ihrem Alltag ab Morgen davon zehren können.“

Vor dem Segen holte Pfarrer Hirmer den moslemischen Guide Nidal zu sich an den Altar. „Wenn alle Menschen sich so respektvoll und würdevoll begegnen könnten über die Grenzen der Religionen hinweg, wie Du uns begegnet bist, dann würde die Welt anders aussehen.“, lobte Hirmer den versierten und unglaublich belesenen Führer. Alle stimmten ein Segenslied für Nidal an, der der Gruppe in den letzten Tagen durch sein unglaubliches Wissen aber vor allem durch seine Freundlichkeit und seine liebevolle Art ans Herz gewachsen ist. So mach Träne wurde vergossen.

Den Moment des Augenblickes nutzte auch Georg Niederalt ums ich bei Pfarrer Hirmer zu bedanken, der „ein wahrer Hirte in diesen Tagen gewesen war, in seiner Spiritualität überzeugte und die Orte und Geschichten für alle verständlich erschloss.“

Zurück im Pilgerhaus Tabgha traf sich die Gruppe nach dem Abendessen zum Gebet. Die Gruppe betete für die heute verstorbene Mutter der Familie Wilhelm. Auch segnete Pfarrer Hirmer die Erinnerungsgegenstände. Um 2 Uhr –also Mitten in der Nacht- bricht die Pilgergruppe die Heimreise nach Bayern an.

„Wir werden lange brauchen, bis wir all die Eindrücke begreifen können, die uns geschenkt wurden.“, so der Tenor der Pilger beim Abendlob

 

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