Kirche Mariä Heimsuchung Saltendorf

Kirche Saltendorf 3Die erste urkundliche Nennung des Ortes Saltendorf hängt mit einer Wallfahrt des Pfalzgrafen Friedrich zusammen, als er im Jahre 1168 zum 3. Male nach Jerusalem zog. Dabei vermachte er das Prädium Saltendorf mit allen Rechten dem Kloster Ensdorf, falls er nicht mehr zurückkehren sollte. Der Ort dürfte aber wesentlich älter sein, da das zugehörige Kuntsdorf bereits um 884 urkundlich genannt wurde.

Saltendorf bildete im frühen Mittelalter die südlichste Zugehörung der bischöflichen Ur- und Großpfarrei Wiefelsdorf, die bereits 1183 im Besitz des Regensburger Domkapitels erscheint. Dieses hat wohl im 13. Jh. in Saltendorf das erste Kirchlein zu Ehren unserer Lieben Frau erbaut.

Im Jahre 1368 wird Saltendorf bereits als Wallfahrtsort urkundlich genannt und dürfte die älteste Marienwallfahrt im Altlandkreis Burglengenfeld gewesen sein. Wohl konnte über die Entstehung der Wallfahrt nichts Schriftliches gefunden werden, aber die mündliche Überlieferung im Ort und der engeren Umgebung spricht von einer Verehrung seit undenklichen Zeiten. Am häufigsten wurde Hilfe am Gnadenort gesucht in schwerer Krankheit und in Kindsnöten, manchmal bei Unfällen, in großen wirtschaftliche Anliegen und bei einigen Brandfällen.

Am 21.02.1777 hat Papst Pius VI. der Wallfahrt Saltendorf ein für immer geltendes Ablaßbreve erteilt, wodurch diese wahrscheinlich einen besonderen Auftrieb erhalten haben dürfte.

Kirche Saltendorf Hochaltar 3Heute beschränkt sich die Wallfahrt in Saltendorf a. d. Naab auf Bittgänge aus Nachbarorten, das Bruderschaftsfest, Sonntagsandachten und stille Beter in der Kirche.

Dafür hat die Wallfahrtskirche seit 1978 eine neue Bedeutung gewonnen für das Erlebnis geistlicher Musik in den Saltendorfer Konzerten. So werden seit diesem Jahre jährlich vier Kirchenkonzerte mit Werken von Schubert, Händel, Bach, Telemann u. a. durchgeführt. Seit dem Jahr 1981(1.Konzert) kommen alle 72 Solokantanten von Georg Philipp Telemann anlässlich der 300. Wiederkehr seines Geburtstages und der verwandtschaftlichen Beziehung zu Saltendorf a. d. Naab zur Aufführung. Initiator der Konzerte ist der Teublitzer Organist, Chorleiter und Musikerzieher Norbert Hintermeier.

Bis zum Jahre 1929 war Saltendorf der Pfarrsitz auch für Teublitz und Katzdorf. Erst in diesem Jahre wurde in Teublitz die jetzige Kirche zum Heiligsten Herzen Jesu erbaut und die Pfarrei errichtet. Seitdem ist Saltendorf a. d. Naab eine Expositur und wird seit 1978 von Teublitz aus betreut.

 

(Auszug aus der Chronik: “625 Jahre Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung Saltendorf a. d. Naab.”)

Zusammengestellt von Peter Schmid +, Saltendorf, nach Aufzeichnungen von Gewerbestudienrat Josef Rappel +, Schwandorf, nach Unterlagen der Expositur Saltendorf a. d. Naab und des Pfarramtes Teublitz, nach Angaben von Frau Barbara Schmid, Saltendorf (Betreuerin d. Kirche seit 1977) und nach eigener Kenntnis.
Umschlag-Gestaltung obiger Chronik durch Josef Körber, Saltendorf.
Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit bis ins letzte Detail in historischer und theologischer Hinsicht. Sie soll vielmehr den Gläubigen und sonst Interessierten eine Handreichung über die Entwicklung unserer Kirche und die Marienwallfahrt sein. Sie soll ferner Angaben, die auf mündlicher Überlieferung beruhen, in Schriftform erfassen. (In Andenken an Peter Schmid +, Saltendorf).

 

Kirche Saltendorf außen 1

Marienkirche Saltendorf an der Naab